EU-Verlauf: Sehr schwach – Arcelor und BNP enttäuschen mit Zahlen

Der EuroSTOXX 50 sank bis zur Mittagszeit um 2,19 Prozent auf 2.694,66 Zähler. Der Londoner FTSE 100 büsste 2,35 Prozent auf 4.530,62 Punkte ein. Der französische CAC-40-Index verlor 2,74 Prozent auf 3.590,09 Zähler.


Bevor am Nachmittag wichtige Konjunkturdaten den Blick in Richtung USA lenken dürften, standen zunächst einige grosse Konzerne mit Zahlen im Fokus. Enttäuschungen gab es vor allem beim weltgrössten Stahlkonzern ArcelorMittal und der französischen Bank BNP Paribas. In der Schweiz blieb Swisscom hinter den Erwartungen zurück.


ArcelorMittal brachen im Leitindex der Eurozone um 16,85 Prozent auf 20,375 Euro ein und waren dort mit Abstand schwächster Wert. Der Stahlkonzern bekommt inzwischen den Wirtschaftsabschwung zu spüren und hat sein Gewinnziel für das Gesamtjahr zurückgenommen. Nach Rekordzahlen im dritten Quartal muss der Konzern wegen der sinkenden Nachfrage seine Produktion stärker als bisher angekündigt zurückfahren und rechnet mit einem Gewinneinbruch im Schlussquartal. Die Analysten von Cheuvreux äusserten sich enttäuscht: Das EBITDA habe um vier Prozent unter ihren Erwartungen gelegen. Der Ausblick auf das vierte Quartal sei zudem «schlimmer als erwartet».


BNP Paribas sanken nach Zahlen um 5,61 Prozent auf 55,22 Euro. Der Gewinn der französischen Grossbank sank im dritten Quartal wegen der Finanzkrise stärker als am Markt prognostiziert. WestLB-Analyst Christoph Bossmann äusserte sich vor allem negativ über die Kosten infolge der Finanzkrise, die höher als erwartet ausgefallen seien.


Ein Ölpreis auf Rekordniveau bescherte dem französischen TOTAL-Konzern im dritten Quartal zwar einen deutlichen Gewinnschub, die Aktie sank dennoch um 3,13 Prozent auf 43,105 Euro. Citigroup-Analyst David Thomas meinte zur Quartalsbilanz, dass die Zahlen letztlich «nichts besonders Herausragendes» gewesen seien. Die Investoren würden zudem wohl enttäuscht sein über den Produktionsrückgang, der etwas deutlicher ausgefallen sei als am Markt erwartet worden war.


Firstgroup stiegen im britischen «Footsie» nach Zahlen für das erste Geschäftshalbjahr dagegen um 3,76 Prozent auf 462,00 Pence und zählten damit zu den wenigen Gewinnern. Zeitweise war die Aktie bis auf 473,50 Pence gestiegen. Der Bus- und Zugbetreiber meldete einen 44-prozentigen Gewinnanstieg im ersten Geschäftshalbjahr.


In der Schweiz blieb die Swisscom mit ihren Neunmonatszahlen beim EBITDA hinter den Analystenerwartungen zurück. Die Aktie fiel um 4,36 Prozent auf 351,00 Franken. Die Bank Vontobel will daher nun das Kursziel von bisher 440 Franken überprüfen. Grund für die verfehlte EBITDA-Prognose seien zusätzliche Kosten für die Einführung des iPhone gewesen, sagte Chefanalyst Panagiotis Spiliopoulos. (awp/mc/ps/19)

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