EU-Verlauf: Starke Versicherer ziehen Indizes Richtung Jahreshochs

Erstaunlich robuste Arbeitsmarktdaten aus Deutschland sowie eine überraschend kräftige Aufhellung des britischen Verbrauchervertrauens sorgten für eine positive Grundstimmung am letzten Handelstag im laufenden Quartal. Am Nachmittag rücken dann US-Konjunkturdaten in den Fokus.


Aktien von Versicherern waren europaweit nach einer Branchenstudie der Deutschen Bank besondes gefragt. Der Subindex lag mit einem Aufschlag von über 2 Prozent an der Spitze der Branchenbarometer. Für Allianz ging es um 3,23 Prozent auf 86,54 Euro hoch. Die Analysten empfahlen die Titel mit einem von 95 auf 105 Euro erhöhten Kursziel weiter zum Kauf. Insgesamt würden Lebensversicherer allerdings leicht vorgezogen. Prudential und in Grossbritannien auch Aviva und Old Mutual zählten zu den Favoriten der Experten – die Titel legten im «Footsie» deutlich zu. Um auf eine Erholung zu setzen sei AXA in Europa der beste Wert. Die Aktien des französischen Versicherers kletterten um 2,53 Prozent auf 18,435 Euro. Legal & General wurden von «Sell» auf «Hold» hochgestuft und gewannen auch dank Spekulationen um ein Gebot von Resolution 6,34 Prozent auf 88,00 Pence.


Auch im Bankensektor gab es hauptsächlich Gewinner, nachdem weitere Kapitalerhöhungen zur Rückzahlung der Staatshilfe bei den Anlegern gut ankamen. Für Intesa SanPaolo ging es um 1,74 Prozent auf 3,0775 Euro hoch. Die italienische Grossbank will das Kernkapital (Tier 1) durch die Ausgabe von Papieren um bis zu 1,5 Milliarden Euro erhöhen. Staatliche Hilfe in Form der so genannten Tremonti-Bonds will die Bank hingegen nicht in Anspruch nehmen. Auch die Unicredit will wie seit einigen Tagen erwartet ihr Kapital um vier Milliarden Euro aufstocken, was den Aktien ein Plus von 1,84 Prozent auf 2,77 Euro einbrachte. Zudem sei der Verkauf von Immobilien im Wert von 1,1 Milliarden Euro geplant. Unterdessen sackten Titel der BNP Paribas, die am Vortag von ihrer angekündigten Kapitalerhöhung profitiert hatten, um 2,69 Prozent auf 56,34 Euro ab.


In London rückten einige Unternehmen mit ihren Zwischenberichten in den Fokus. Aktien von Thomas Cook verloren 2,03 Prozent auf 235,90 Pence. Der Reiseveranstalter leidet weiterhin unter dem zögerlichen Buchungsverhalten der Urlauber. Auch Marks & Spencer zählten mit minus 2,21 Prozent auf 366,50 Pence zu den Verlierern. Zwar hat der britische Einzelhändler den Umsatzrückgang auf dem Heimatmarkt verlangsamt und hob seine Margenziele für das Gesamtjahr an. Konzernchef Stuart Rose bleibt aber dennoch vorsichtig – 2010 werde schwierig.


Für Titel der Man Group ging es derweil kräftig um 6,52 Prozent auf 328,25 Pence hoch. Das verwaltete Vermögen des Hedgefonds sei bis Ende September auf schätzungsweise 43,8 Milliarden Dollar gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Damit lag es am oberen Rand der Markterwartungen.


In der Schweiz waren Novartis mit plus 1,75 Prozent auf 52,20 Franken weit vorne zu finden. Der Pharmakonzern vermeldete positive Studienresultate mit dem Wirkstoff FTY720 (Fingolimod) bei der Behandlung der Multiplen Sklerose (MS). (awp/mc/ps/18)

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