EU-Verluste – Hoher Ölpreis und Morgan-Stanley-Studie belasten

Zudem belaste eine pessimistische Studie von Morgan Stanley, sagten Händler. Die Analysten rechnen mit einem für weitere sechs bis zwölf Monate andauernden Bärenmarkt und erwarten einen neuerlichen Rückfall des marktbreiten MSCI Europe-Index auf die Tiefststände vom März. Am Nachmittag dürften vor allem aktuelle Daten zum US-Verbrauchervertrauen die Richtung an den Börsen bestimmen. Daneben stehen Zahlen zum US-Häusermarkt auf der Agenda.


Gegen Mittag fiel der EuroSTOXX 50 um 0,51 Prozent auf 3.707,06 Zähler. Der STOXX 50 büsste 0,26 Prozent auf 3.154,02 Zähler ein. Beim CAC 40 standen Abschläge von 0,66 Prozent auf 4.905,05 Punkte zu Buche. Dagegen behauptete der britische FTSE 100 nach dem verlängerten Wochenende in London und New York ein leichtes Plus.


In London litt die Aktie der Vodafone Group nach der Bilanzvorlage und der Bekanntgabe eines anstehenden Führungswechsels unter Gewinnmitnahmen – zuletzt verzeicjhnete sie nur noch ein Plus von 0,12 Prozent auf 163,50 Pence. Der britische Mobilfunkkonzern hat im Geschäftsjahr 2007/08 Umsatz und Ergebnis stärker als vom Markt erwartet gesteigert. Bei Merrill Lynch hiess es, die Zahlen seien besser als prognostiziert und der Ausblick liege leicht über den Schätzungen. Die Analysten begrüssten es auch, dass Vorstandschef Arun Sarin auf der Hauptversammlung am 29. Juli zurücktritt und dem bisherigen Vize- und Europachef Vittorio Colao Platz macht. Colao sei stärker auf das Kerngeschäft fokussiert, was kurzfristig keine grösseren Übernahmen erwarten lasse, hiess es. Nachdem Zahlen und Ausblick besser ausgefallen seien als prognostiziert, dürften die Gewinnschätzungen im Markt weiter angehoben werden, hiess es bei Collins Stewart.


In Brüssel litten Titel der Brauerei InBev laut Händlern unter Befürchtungen, der US-Konkurrent Anheuser-Busch könnte die von der Presse berichtete 46 Milliarden Dollar schwere Übernahmeofferte der Belgier ablehnen. Der Markt befürchte, das Angebot könnte sich als zu niedrig erweisen, sagte ein Börsianer. Die Presseberichte bewertete er als glaubwürdig. Mit minus 2,46 Prozent auf 46,72 Euro gehörten InBev zu den grössten Verlierern im BEL20 Index . Dagegen profitierten Papiere des britischen Konkurrenten SABMiller an der «Footsie»-Spitze von den Übernahmefantasien im Sektor und gewannen 6,94 Prozent auf 1.309,00 Pence. Neben Anheuser-Busch würden auch die Briten als mögliches Üebrnahmeziel von InBev gesehen, hiess es aus dem Markt.


In der Schweiz gewannen Lonza 0,81 Prozent auf 136,70 Schweizer Franken. Das Chemie- und Biotechnologieunternehmen will die deutsche Firma amaxa mit all ihren Aktivitäten übernehmen. Die Transaktion werde über Einnahmen aus den jüngsten Verkäufen finanziert, hiess es. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht genannt. (awp/mc/pg)

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