Euro-Einkaufsmanagerindizes lassen auf gebremste Talfahrt hoffen

Experten hatten einen unveränderten Wert von 36,2 Punkten erwartet. Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor wurde die jüngste Talfahrt gebremst. Die Indizes erholten sich von ihren Tiefständen.


Hoffnung auf Bodenbildung
Der überraschende Anstieg festigt der Postbank zufolge die Hoffnung auf eine Bodenbildung. «Besonders im Dienstleistungssektor ist der Anstieg im März nach den teils kräftigen Rückgängen in den vergangenen sieben Monaten erfreulich», schrieben die Experten in einer Studie. Es bleibe aber abzuwarten, ob in den nächsten Monaten eine Stabilisierung einsetzt. Die Experten warnten insgesamt vor einer verfrühten Euphorie, da Rückschläge im aktuellen Umfeld alles andere als ausgeschlossen seien. Dennoch beruhigen die durchweg positiven Ergebnisse der Einkaufsmanagerindizes, da die Talfahrt fürs erste gestoppt ist.


EZB dürfte Zinsen senken
Das Bild war sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor etwas günstiger. So stieg der Indikator für den Dienstleistungssektor von 39,2 Punkten im Vormonat auf 40,1 Punkte. Volkswirte hatten hier ebenfalls unverändert 39,2 Punkte erwartet. In der Industrie hellte sich die Stimmung von 33,5 Punkten auf 34,0 Punkte auf.


Die Commerzbank erwartet aber gleichwohl einen kräftigen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im ersten Quartal um 2 1/4 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), die Zinsen weiter zu senken, bestehe fort, heisst es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie. Im April dürfte die EZB den Leitzins daher um 0,5 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent senken.


Ländervergleich
In Deutschland, der grössten Volkswirtschaft der Eurozone, erholten sich der Dienstleistungsindex und der Produktionsindex von ihren Rekordtiefs. In Frankreich, der zweitgrössten Wirtschaft des Währungsraums, kam es ebenfalls zu einer überraschenden Aufhellung. Aus Sicht der WestLB ist mit den jüngsten Daten ein Anstieg des Outputs in der zweiten Jahreshälfte in der Eurozone wahrscheinlicher geworden. Auch aus Sicht der Commerzbank machen die Daten Hoffnung auf eine Verlangsamung der wirtschaftlichen Talfahrt im Frühjahr.


Ab einem Wert von 50 Punkten deuten die Indikatoren auf einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität hin. Liegen die Kennzahlen unter diesem Wert, kann von einem Rückgang ausgegangen werden. (awp/mc/pg/22)

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