Euro setzt Höhenflug nach Fed-Massnahme fort – Über 1,37 Dollar

Zuletzt kostete ein Euro 1,3730 Dollar – soviel wie seit Anfang Januar 2009 nicht mehr. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,3671 (Mittwoch: 1,3130) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7315 (0,7616) Euro.


Dollar als Reservewährung weniger attraktiv
«Ob die langfristigen Folgen auch im Sinne der Fed sein werden, ist durchaus fraglich», schrieb die HSH Nordbank in einem Kommentar. Das niedrigere Zinsniveau und die zusätzliche Liquidität dürften zwar den Kreditmarkt unterstützen, aber auch den Dollar als Reservewährung weniger attraktiv machen. «Sollte sich ein Trend zur Umschichtung der Devisenreserven weg vom Dollar bewahrheiten, könnte der Greenback gerade vor dem Hintergrund der bekannten strukturellen Probleme der US-Wirtschaft vor einer Schwächephase stehen», vermutet die Bank. Der Druck auf die EZB nehme nun allerdings zu, nachdem bereits die Schweiz und Grossbritannien ähnliche Massnahmen angeschoben haben.


Wahrnehmung des Marktes kurzfristig gedreht
Durch die Massnahme der Fed ist nach Einschätzung der Commerzbank die Risikoaversion gestiegen, aber der Dollar habe davon nicht mehr profitieren können. «Die Wahrnehmung des Marktes hat sich kurzfristig gedreht», sagte Devisenexpertin Antje Praefcke. Kurzfristig könne es sein, dass der Euro seinen Aufwärtskurs fortsetzt. Auf längere Sicht dürften sich die Ängste vor einer steigenden Inflation in den USA aber nicht bestätigen und dann sollte sich der Dollar erholen. Auch Praefcke geht davon aus, dass die EZB nun ebenfalls bald mit unkonventionellen Massnahmen (quantitative easing) beginnen wird.


Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,94050 (0,93910) britische Pfund , 129,67 (128,94) japanische Yen und 1,5385 (1,5332) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 956,50 (893,25) Dollar gefixt. (awp/mc/pg/30)

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