Euro verstärkt seine Talfahrt – Zuletzt unter 1,29 US-Dollar

Kurz nach dem US-Zinsentscheid vom Dienstag wurden für einen Euro noch 1,3227 Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3016 (Vortag: 1,3133) Dollar festgesetzt.

 Fallende Aktienmärkte
„Investoren fahren angesichts der unsicheren Weltkonjunktur ihre Risiken zurück“, sagte ein Händler und verwies dabei insbesondere auf die fallenden Aktienmärkte. Nach den Kommentaren der US-Notenbank Fed folgerten Anleger, dass wichtige Wirtschaftsländer ein langsameres Wirtschaftswachstum zeigen, ergänzte Michael Woolfolk, Senior-Währungsstratege bei BNY Mellon in New York. Im Sog dessen zögen sich Investoren verstärkt aus ihren risikoträchtigen Positionen zurück, was wieder den Dollar und die US-Renten als sicherer Hafen ins Spiel bringe, hiess es. Einzig der Yen konnte sich gegen den erstarkten Dollar stemmen.

Euro schlichtweg überkauft
Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, führte die Kursverluste des Euro auch auf technische Faktoren zurück. Schliesslich sei die Entscheidung der US-Notenbank vom Dienstagabend, ihre Unterstützung für die US-Konjunktur unvermindert fortzuführen, kein Grund für die Dollar-Gewinne, sondern ein Zeichen für die Schwäche der US-Wirtschaft. Der Euro sei schlichtweg überkauft gewesen, was jetzt zu einer Korrektur geführt habe. „Ein neuer Trend zur Dollarstärke ist angesichts der schwierigen US-Konjunktur allerdings nicht zu erwarten“, sagte Hellmeyer. Die strukturelle Schwäche der US-Wirtschaft spiegle sich auch in dem im Juni auf den höchsten Stand seit Oktober 2008 gestiegenen Handelsbilanzdefizit wieder. (awp/mc/gh/02)

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