Euro weiter gestiegen – «EZB hat dem Euroraum Bärendienst erwiesen›

Damit hat der Euro in den vergangenen beiden Tagen um rund drei Cent zugelegt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs am Mittag noch auf 1,5597 (Donnerstag: 1,5402) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,6411 (0,6493) Euro.


Bärendienst erwiesen
«Die EZB hat dem Euroraum mit ihrer Neuausrichtung vom Donnerstag einen Bärendienst erwiesen», sagte Folker Hellmeyer, Chefstratege bei der Bremer Landesbank. Die Notenbank habe der zuvor leichten Dollarerholung durch ihre Ankündigung, den Leitzins im Währungsraum demnächst anheben zu wollen, entgegengewirkt. «Dies ist kontraproduktiv für den Euroraum, insbesondere mit Blick auf das konjunkturelle Nord-Süd-Gefälle in Europa.» So seien speziell die ohnehin wachstumsschwächeren Mitgliedsländer Südeuropas negativ von dem hohen Eurokurs betroffen. Als Grund gilt deren starke Ausrichtung auf preisempfindliche Güter aus der Landwirtschaft.


Drastischer Ölpreisanstieg
Auch den drastischen Ölpreisanstieg von insgesamt mehr als zehn Dollar in den letzten beiden Tagen schrieb Hellmeyer der EZB zu. «So bekämpft man nicht die Inflation.» Verstärkt worden sei der Kursauftrieb des Euro von dem ungünstigen US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag. So war die Arbeitslosenquote in den USA überraschend stark von 5,0 Prozent auf 5,5 Prozent gestiegen. Die Zahlen zur Beschäftigungsentwicklung fielen laut Experten gemischt aus.


Referenzkurse
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,79710 (0,78970) britische Pfund , 165,75 (163,46) japanische Yen und 1,6184 (1,6147) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 890,50 (878,75) Dollar gefixt. (awp/mc/gh)

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