Ex-Infineon-Chef Schumacher: Bin nicht käuflich

Damit soll Schumacher an privaten Autorennen teilgenommen haben. Schumacher muss sich wegen Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr und Steuerhinterziehung in jeweils acht Fällen sowie wegen Untreue und versuchten Betrugs in jeweils einem Fall verantworten.


Fehler eingeräumt
In einer Erklärung zum Prozessauftakt räumte Schumacher zwar eine Reihe von Fehlern in seiner Zeit als Vorstandschef des Dax-Konzerns ein. So seien Infineon Technologies einmal wegen eines privaten Flugs nach Saarbrücken Mehrkosten entstanden. Der «dümmste Fehler» sei aber gewesen, sein privates Hobby Rennsport mit Firmenangelegenheiten zu verquicken. Es bleibe aber dabei: «Ich habe niemals Bestechungsgelder entgegengenommen und verlangt.»


«Eindeutige Erpressung» Schneiders
Schneider, der Zahlungen eingeräumt hatte und dafür 2006 zu vier Jahren Haft verurteilt worden war, sei früher ein enger Freund von ihm gewesen, sagte Schumacher. Er habe den einstigen Geschäftspartner auch finanziell unterstützt und ihm beispielsweise für seine Verteidigung vor Gericht ein Darlehen über 400’000 Euro gewährt. Schneiders Anwälte hätten später aber weiteres Geld gefordert und dabei durchblicken lassen, dass ihr Mandant andernfalls sein «Aussageverhalten ändern» könnte. Das habe er als «eindeutige Erpressung» gewertet und schliesslich abgelehnt, sagte Schumacher.


Ehemaliger Star der Hightech-Branche
Alleine im Jahr 2003 will Schneider dem früheren Infineon-Chef rund 300’000 Dollar zugesteckt haben, was Schumacher aber von sich weist. «Seine Aussagen sind durch und durch falsch. Warum er mich mit seinen infamen Lügen vernichten will, das kann ich nicht begreifen.» In Zeiten des Börsenbooms galt Schumacher als einer Stars der Hightech-Branche. Vor allem die Bilder vom Infineon-Börsengang im Jahr 2000, als Schumacher mit dem Rennwagen an der Wall Street vorfuhr, sind in Erinnerung geblieben. «Dass viele Menschen ein nicht allzu positives Bild von mir haben, ist mir bewusst», sagte der Angeklagte. Viele Attribute, mit denen man ihn belege, seien aber auch Vorurteile.


Neuer Job bei Grace Semiconductor
Für den Prozess sind zunächst 15 Verhandlungstage angesetzt, vorsorglich hat die Kammer aber noch einmal so viele Termine bis in den Januar hinein eingeplant. Schumacher hatte den Chefposten bei Infineon nach Querelen in der Führungsetage vor fünfeinhalb Jahren geräumt, mittlerweile leitet er den chinesischen Chip- Auftragsfertiger Grace Semiconductor. (awp/mc/ps/24)

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