Feintool: CEO Reto Hartmann geht per sofort

Er habe «ein sehr attraktives unternehmerisches Angebot in diesem Frühling erhalten», sagte Hartmann am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Weitere Angaben zum neuen Arbeitgeber und zum Zeitpunkt des Wechsels wollte Hartmann keine machen. Er habe eine Stillschweigevereinbarung unterzeichnet. Hartmann war zweieinhalb Jahre CEO von Feintool. Der 49-Jährige erklärte, der Entscheid für einen Wechsel sei schon längere Zeit festgestanden. Er habe ihn letzte Woche Feintool mitgeteilt. Hartmann erklärte es habe keine Unstimmigkeiten bei Feintool gegeben.


Job «ein Schleudersitz»
«Die Firma war vor drei Jahren in einem sehr schlechten Zustand. In der Zwischenzeit hat sich jede Zahl und die Zufriedenheit von Kader und Kunden massiv verbessert. Man kann darum nicht annehmen, dass ein halbwegs intelligenter Verwaltungsrat ein Problem mit mir haben sollte», so Hartmann am Montag. Der Job als Feintool-Chef scheint seit Jahren ein Schleudersitz zu sein. In den vergangenen 15 Jahren zählte das Unternehmen nicht weniger als sieben Chefs. Hartmanns Vorgänger bei Feintool, Andreas Münch, war lediglich siebeneinhalb Monate an der Spitze von Feintool.


Auf eigenen Wunsch
Hartmann verlasse das Unternehmen auf eigenen Wunsch, um sich neuen Herausforderungen zu stellen, teilte Feintool am Sonntagabend mit. Der Verwaltungsrat und Hartmann hätten eine für diese Position übliche sofortige Freistellung vereinbart. Ein Nachfolger des ausscheidenden CEOs soll in den nächsten Wochen bekannt gegeben werden. Hartmann ist seit Ende April Verwaltungsratspräsident beim Autoersatzteil-Lieferanten Derendiger. Daneben hat Hartmann nach eigenen Angaben keine weiteren Wirtschaftsmandate. «Ein paar Sachen sind im Moment im Anmarsch, dürfen aber noch nicht kommuniziert werden», sagte Hartmann.


Früher CEO bei der Berner Valora-Gruppe
Vor seiner Tätigkeit bei Feintool war Hartmann fünf Jahre CEO bei der Berner Valora-Gruppe. Im Juni 2003 wurde er dort fristlos entlassen. Valora-Verwaltungsratspräsident Peter Küpfer nannte «gravierende Kompetenzüberschreitungen» als Grund für die Kündigung. Hartmann soll nach Darstellung von Küpfer ohne das Wissen des Verwaltungsrates mit der brasilianischen Investorengruppe GPI eine Firmenübernahme unter Beteiligung des Managements vorbereitet haben. Der Zivilprozess zwischen Valora und Hartmann zur Entlassung läuft noch. Laut Hartmann werden im Moment Zeugenbefragungen im Ausland durchgeführt. Hartmann betonte am Montag, er bleibe dabei, wenn überhaupt jemand zu diesem Thema Verhandlungen geführt habe, sei es immer der Verwaltungsrat gewesen. (awp/mc/gh)

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