Feintool: Neues Führungsduo – Verlust für 2008/09 erwartet

Zu schaffen macht dem Unternehmen nach eigenen Angaben insbesondere die Flaute in der Auto-Industrie. Feintool rechnet damit, dass der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr um 35% einbricht. Ohne die hohen Auftragsbestände aus dem Vorjahr wäre der Rückgang noch drastischer ausgefallen. Die detaillierten Zahlen werden Anfang Dezember veröffentlicht.


Die Ankündigung eines Verlusts erschreckte die Anleger: Die Feintool-Aktien verloren am Dienstag bis 11.20 Uhr Uhr in einem insgesamt positiven Gesamtmarkt um 2,4% auf 243 CHF. Der SPI gewinnt zur gleichen Zeit 0,9%


Standort Aarberg am Ende
Das Unternehmen reagiert mit einem drastischen Stellenabbau auf die Krise: Bis Ende 2009 sollen weltweit rund 450 Stellen abgebaut sein. Die Geschäftstätigkeit des Standorts Aarberg BE wird in den Standort Huttwil BE integriert. Die Produktion von Automationssystemen in Aarberg soll daher bis Ende Januar 2010 geschlossen werden. Die Auftragslage sei schlecht, die Produktion nicht wettbewerbsfähig. Davon betroffen sind 28 Mitarbeiter. Für sie ist ein Sozialplan vorhanden.


Bereits im Frühling hatte Feintool die unrentable Produktion von Kunststoffverbundkomponenten aufgegeben. Von der Schliessung der Mühlemann AG in Biberist SO sind rund 200 Mitarbeiter betroffen.


Joint-Venture gestoppt
Vom Tisch ist auch das im vergangenen September angekündigte Joint-Venture mit dem US-Autozulieferer BorgWarner. Die Aktivitäten in den USA seien «wegen der dramatischen Entwicklung» eingestellt worden. Feintool geht nicht davon aus, dass sie mittelfristig wieder aufgenommen werden.


Zuversichert für das kommende Geschäftsjahr
Für das kommende Geschäftsjahr zeigt sich Feintool gleichwohl zuversichtlich. In den vergangenen Monaten habe sich abgezeichnet, dass sich das Segment System Parts im ersten Quartal 2009/10 positiv entwickeln werde. Bei den Investitionsgütern sollte sich der Markt gegen Ende des zweiten Quartals 2009/10 erholen.


Immer wieder Wechsel
Feintool hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit Wechseln im Management für Schlagzeilen gesorgt. Der neue Konzernchef Loosli, der seit über 13 Jahren bei Feintool tätig ist, tritt sein Amt am 1. Oktober an. Er löst Interimschef Alexander von Witzleben ab, der sich auf das Verwaltungsratspräsidium zurückzieht. Von Witzleben hatte die operative Führung nach dem Abgang von Joachim Kaufmann übernommen. Dieser war nur etwas mehr als zwei Jahre im Amt. F inanzchef Bögli folgt auf Jürg Wenger. Bögli arbeitete zuletzt als Finanzchef beim Dentalimplantate-Hersteller Nobel Biocare.


Feintool ist in der Feinschneide- und Umformtechnologie tätig. Die auf Feintool-Anlagen produzierten Teile werden in der Auto-Industrie verwendet, beispielsweise bei der Sitzverstellung, den Bremsen oder im Getriebe. Zu den grössten Aktionären des Unternehmens gehört der Industrielle Michael Pieper. (awp/mc/pg/04)

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