Flucht in die Sicherheit belastet Euro und stützt Dollar

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,4303 (Montag: 1,4349) Dollar festgesetzt. „Obwohl die USA das Epizentrum der derzeitigen Finanzkrise sind, werden US-Staatsanleihen derzeit als sicherer Hafen gesucht“, sagte Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte von der Commerzbank. „Davon profitiert der Dollar.“ Kurzlaufende US-Staatsanleihen gelten laut Leuchtmann derzeit als das sicherste Wertpapier der Welt. „Diese Flucht in die Qualität ist durch das vorläufige Scheitern des US-Rettungspakets für den Finanzsektor noch verschärft worden.“ Europäische Anleihen könnten von dieser Entwicklung kaum profitieren, da hier der Markt nicht ausreichen gross sei, um diese Liquiditätsmengen aufzunehmen. Zudem gelte der europäische Markt angesichts der jüngsten Probleme im Bankensektor als ähnlich unsicher wie der US-Markt.


US-Verbrauchervertrauen im September überraschend gestiegen
Zudem sei nach den jüngsten Konjunkturdaten auch die Hoffnung gestiegen, dass sich die US-Wirtschaft schneller von der derzeitigen Konjunkturschwäche erholen dürfte als die europäische Wirtschaft, sagte Leuchtmann. So ist das US-Verbrauchervertrauen trotz der jüngsten Turbulenzen im September überraschend gestiegen. Auch der regionale Einkaufsmangerindex für die Region Chicago fiel deutlich besser als erwartet aus. „Hier gibt es durchaus Licht am Ende des Tunnels“, sagte Leuchtmann. Insgesamt stütze das derzeitige Szenario weiter den Dollar.


Referenzkurse
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,79030 (0,79590) britische Pfund , 150,47 (152,30) japanische Yen und 1,5774 (1,5845) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 884,50 (905,00) Dollar gefixt. (awp/mc/gh/29)

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