Ford will bei US-Kunden mit kleinen Autos landen

Im kommenden Jahr soll in den USA und Kanada auch eine Elektroversion an den Start gehen. Mulally will den US-Autofahrern zudem den Kleinwagen Fiesta schmackhaft machen. Es gebe bereits 4000 Reservierungen. Bis 2012 wird das Segment der kompakten Wagen nach Einschätzung von Ford in den USA um 25 Prozent auf 3,4 Millionen Autos wachsen. Auch die Rivalen General Motors (GM) und Chrysler stellen sich auf eine zunehmende Nachfrage nach spritsparenderen Fahrzeugen ein. Ford prescht aber mit den zwei Modellen am weitesten vor.


2010 – Jahr der kleineren Wagen
Es dürfte das Jahr der kleineren Wagen werden, sagte Verwaltungsratschef Bill Ford. Er sieht den gesamten Automarkt auf Erholungskurs. Die Hoffnung ruht vor allem auf der Heimat. «Die Kunden kommen zurück, jeden Monat», sagte Ford. Aus Europa erwartet er indes kaum Impulse. «Viele der Abwrackprogramme sind ausgelaufen.» Ford hatte den Einbruch auf dem Automarkt im vergangenen Jahr vergleichsweise gut verkraftet. «Das Jahr 2009 werden wir nie vergessen», sagte Konzernchef Mulally. «Wir haben viele Fortschritte gemacht.» Neben den neuen Klein- und Kompaktwagen habe Ford auch mit Hybridfahrzeugen und den sich immer noch gut verkaufenden Pick-ups punkten können. 2012 solle im Werk Michigan ein neues Hybrid-Modell vom Band laufen, kündigte Mulally an.


Hohe Kundentreue
Der vom Flugzeugbauer Boeing gekommene Mulally hatte Ford frühzeitig auf die neuen Marktbedingungen eingestellt. Die Kunden dankten es dem Unternehmen mit ihrer Treue: Der zweitgrösste US-Autobauer büsste im Krisenjahr 2009 lediglich 15 Prozent bei den Verkäufen ein, während GM 30 Prozent und Chrysler sogar 36 Prozent verloren und in die Insolvenz rutschten, aus der sie nur mit staatlichen Milliardenhilfen wieder herausfanden. Auf der Kostenseite griff Mulally ebenfalls durch, strich zehntausende von Arbeitsplätzen und schloss ganze Werke. Den Gewerkschaften rang er Zugeständnisse bei den Gesundheitsausgaben und Pensionen ab. Die beiden britischen Nobelmarken Jaguar und Land Rover machte Mulally genauso zu Geld wie die schwedische Marke Volvo. Zuletzt verdiente Ford schon wieder nahezu einen Milliardenbetrag. «Alle Sparten sind im dritten Quartal profitabel gewesen», sagte Mulally.


Chrysler rechnet mit hartem Jahr
Der gerade erst der Insolvenz entkommene US-Autobauer Chrysler blickt skeptisch in die Zukunft. «Es wird ein sehr schwieriges Jahr», sagte Firmenchef Sergio Marchionne am Montag auf der Autoshow in Detroit. Der Fiat-Chef führt seit dem Einstieg der Italiener bei Chrysler beide Unternehmen. «Das einzige, was mich beruhigt, ist, dass wir 2009 den Boden erreicht haben.»


Marchionne geisselt Rabattschlacht in Nordamerika
Marchionne zog auch sein ehrgeiziges Absatzziel in Zweifel. «Unprofitables Volumen ist nicht das Volumen, das ich will», sagte Marchionne und geisselte die Rabattschlacht in Nordamerika. Mittelfristig will er den Verkäufe von Chrysler auf 2,8 Millionen Autos und damit auf alte Höhen hochschrauben. Im abgelaufenen Jahr hatte Chrysler dagegen einen massiven Einbruch von 36 Prozent bei den Verkäufen auf weniger als eine Million Autos erlebt.


GM hakt Krise ab
Nach einem katastrophalen Jahr 2009 blickt General Motors (GM) optimistisch in die Zukunft. GM- Konzern-Chef Ed Whitacre sagte am Montag auf der Autoshow in Detroit, der einst weltgrösste Autobauer werde nach der Insolvenz im Vorjahr nun wieder zulegen: «Wir schrumpfen nicht mehr, sondern wir wachsen.»  Whitacre betonte erneut, dass GM bis Juni dieses Jahres seine Kredite von 6,7 Milliarden Dollar (rund 4,6 Milliarden Euro) zurückzahlen werde.


GM mit 50 Staatsmilliarden gestützt
Der US-Konzern wird mit staatlichen Milliardenhilfen am Leben gehalten und gehört derzeit mehrheitlich den USA und Kanada. Insgesamt hatten die Regierungen GM mit 50 Milliarden Dollar gestützt. «GM war für die Regierungen eine gute Investition. Wir werden alles zurückbezahlen und ihre Erwartungen übertreffen», sagte Whitacre. Whitacre führt den US-Konzern seit Dezember 2009. Er war nach der Insolvenz von Präsident Barack Obama zum Verwaltungsratsvorsitzenden von GM ernannt worden. Zuletzt hatte er vorhergesagt, dass GM 2010 Gewinne machen könne. Damit wäre eines seiner grossen Ziele erfüllt, wie er betonte: «Ich will GM profitabel machen und Amerika stolz auf dieses Unternehmen.» (awp/mc/ps/29) 

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