Gagfah-Börsengang fällt kleiner als erwartet aus

Dies geht aus dem auf der Internetseite des Unternehmens veröffentlichten Wertpapierprospekt hervor. Mit einem Emissionsvolumen von knapp 853 Millionen Euro liegt der Börsengang hinter der mit 1,2 Milliarden Euro bisher grössten Erstnotiz in Deutschland in diesem Jahr von Wacker Chemie . Finanzkreise hatten bei der Gagfah mit einem Volumen von bis zu 1,6 Milliarden Euro gerechnet. Das wäre der grösste Börsengang seit der Postbank gewesen.


42,75 Millionen Aktien
Bis zu 42,75 Millionen Aktien aus dem Eigentum der Altaktionäre werden von diesem Dienstag (10. Oktober) bis zum 20. Oktober in einer Spanne von 17 bis 19 Euro zur Zeichnung angeboten. Die Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) umfasst zudem bis zu 2,14 Millionen Aktien. Der Streubesitz soll bei voller Ausübung des Greenshoes bei 19,95 Prozent liegen. Der Emissionserlös geht nach Abzug der Kosten vollständig an die Altaktionäre. Das Konsortium für den Börsengang stellen die Deutsche Bank und Goldman Sachs International als Joint Global Coordinators, zu den Joint Bookrunners gehören zudem Dresdner Kleinwort und Morgan Stanley.


Grösste private Immobilieneigentümer und -betreiber
Die Immobiliengruppe Gagfah gehört eigenen Angaben nach zu den grössten privaten Immobilieneigentümern und -betreibern in Deutschland und will nach Abschluss des Börsengangs die grösste börsennotierte Wohnimmobiliengesellschaft hierzulande sein. Fortress hat den Aufbau seines Portfolios 2004 mit dem Kauf der Essener Gagfah gestartet, in diesem und im vergangenen Jahr kamen die Nileg Gruppe aus Hannover und die WOBA von der Stadt Dresden hinzu.


«Stabile und wachsende vierteljährlich Dividende»
Die Gesellschaft will den Aktionären eigenen Angaben nach eine «stabile und wachsende vierteljährlich Dividende» auszahlen. Das Dividendenziel für das Quartalsende am 31. Dezember 2006 liege bei 0,17 Euro pro Aktie und bei 0,71 Euro für das Gesamtjahr 2007, heisst es. Die Unternehmensstruktur der Gesellschaft biete Investoren die Möglichkeit, indirekt in den deutschen Wohnimmobilienmarkt zu investieren und dabei Steuervorteile zu nutzen, heisst es im Prospekt. Als in Luxemburg gegründete Verbriefungsgesellschaft rechne die Gesellschaft nicht damit, dass ihre Dividendenausschüttung der Quellensteuer unterliege, sofern sie alle ihre Erträge in Form von Dividenden ausschütte.


Wie ein Real Estate Investment Trust (REIT)
Die Aktie hat nach Angaben von Analyst Jochen Rothenbacher von Equinet eine ähnliche Struktur wie ein Real Estate Investment Trust (REIT). Nach Angaben von Robert Früchtl, Analyst bei Hauck und Aufhäuser Privatbankiers, versuchen einige Immobilienunternehmen in Deutschland, mit so genannten «synthetischen REITS», die beispielsweise ihren Firmensitz in steuerbegünstigten Ländern wie Luxemburg haben, die klassischen REITS nachzubilden. Die Bundesregierung will die klassischen REITs 2007 in Deutschland gesetzlich zulassen. Diese international üblichen, börsennotierten Immobiliengesellschaften schütten fast ihren gesamten Gewinn an die Aktionäre aus, die ihn dann individuell versteuern. (awp/mc/gh)

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