Geldwäscherei in der Schweiz: Mehr Verdachtsmeldungen


Die Zahl der Verdachtsmeldungen an die Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) hat im letzten Jahr um 56 Prozent auf 652 zugenommen. Erstmals seit der Gründung der MROS 1998 stammte die Mehrzahl der Meldungen aus dem Nicht-Banken-Bereich.


Frisch gewaschen: Immer mehr Verdachtsfälle (ebrd.com)
Die zunehmende Zahl der Meldungen hatte sich bereits im 2001 abgezeichnet. Damals war sie gegenüber dem Vorjahr um 34 Prozent auf 417 Meldungen gestiegen. Im Gegensatz zum Anstieg 2001, als die Attentate vom 11. September zu einer starken Erhöhung führten, sei die erneute Zunahme nicht an ein aussergewöhnliches Ereignis gebunden gewesen, teilte das Bundesamt für Polizei (fedpol) am Donnerstag mit.


Verschärfte Meldepraxis
Sowohl die zunehmenden Meldungen als auch der erhöhte Anteil aus dem Nicht-Banken-Sektor sind laut fedpol auf eine veränderte und verschärfte Meldepraxis im internationalen Zahlungsverkehr zurückzuführen. Der Anteil des Nicht-Banken-Sektors belief sich auf 58 Prozent. die Meldungen der Banken machen die restlichen 42 Prozent aus. Dies bei einem Anstieg der Verdachtsmeldungen der Banken um 6,3 Prozent auf 271 Meldungen.


Volumen nimmt ab
Trotz mehr Meldungen nahm die Summe der verdächtigen Gelder um 75 Prozent ab. Sie sank von 2,7 Milliarden Franken auf noch 647 Millionen Franken. Dies sei vielleicht ein Zeichen dafür, dass das Schweizer Meldewesen nun auch präventive Wirkung entfalte, schrieb das fedpol in seinem 5. Jahresbericht weiter.Auf der Liste von George W. Bush
Nachdem im 2001 noch 95 Meldungen in einem mutmasslichen Zusammenhang mit Terrorismusfinanzierung standen, waren es im abgelaufenen Berichtsjahr noch deren 15. Sämtliche Meldungen betrafen laut fedpol Personen und Institutionen, die auf den so genannten «Bush-Listen» geführt waren.Fedpol: Keine Drehscheibe mehr
Diese Fakten sowie die Tatsache, dass 2001 kein konkretes Grossereignis für die vielen Meldungen verantwortlich gewesen sei, zeige, dass die Schweiz nicht Drehscheibe der internationalen Terrorismusfinanzierung sei, schrieb das Bundesamt weiter. (awp/uh/scc/dst)

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