GM: Kerkorian reduziert Anteil – Ärger über geplatzte Allianz

Wie GM am Mittwochabend in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC mitteilte, senkt die von Kerkorian kontrollierte Tracinda Corp. ihren Anteil von 9,9 auf 7,4 Prozent. Der Milliardär hatte bei dem angeschlagenen Autobauer auf einen Konzernumbau sowie eine Allianz mit Franzosen und Japanern gedrängt, war damit aber nicht beim GM-Management durchgedrungen. Der Konzern setzt stattdessen auf eine Sanierung in Eigenregie.


Sanierungsvorschläge stiessen auf Ablehnung
Zum 24. November sollten 14 Millionen GM-Aktien zu einem Preis von je 33 US-Dollar den Besitzer wechseln, hiess es in der Mitteilung vom Mittwoch. Zu den Käufern des Aktienpakets im Wert von 462 Millionen Dollar wurden keine Angaben gemacht. Ursprünglich wollte Kerkorian seinen Anteil an GM sogar noch auf 12 Prozent erhöhen, hatte diese Pläne aber verärgert ad acta gelegt, nachdem seine Sanierungsvorschläge bei GM-Boss Rick Wagoner auf Ablehnung gestossen waren. Ausserdem zog er seinen Vertreter Jerome York nach wenigen Monaten aus dem den GM-Verwaltungsrat ab. York , der in Branchenkreisen als harter Sanierer gilt, hatte bereits beim Umbau von Chrysler und IBM mitgewirkt.


GM-Paket in mehreren Tranchen erworben
Kerkorian hat sein GM-Paket in mehreren Tranchen erworben. Ausgehend von einem Anteil in Höhe von zunächst 3,9 Prozent hatte er im vergangenen Jahr massiv zugekauft. Im Frühsommer 2005 erhöhte Tracinda nach einem Angebot von 31 Dollar je Aktie den Anteil zunächst auf 7,2 Prozent. Im August folgte dann ein Paket mit fünf Millionen Aktien für 175 Millionen Dollar, im September zwei Tranchen mit 5,14 Millionen Aktien für 183,4 Millionen Dollar beziehungsweise drei Millionen Aktien für 105 Millionen Dollar. Damit lag der Anteil bei 9,53 Prozent. Die letzte Erhöhung erfolgte im Oktober 2005. Tracinda kaufte weitere 2,1 Millionen Papiere zu einem Durchschnittspreis von 26,98 Dollar, was etwa 56,7 Millionen entsprach.


Angefallene Milliardenverluste eingedämmt
GM macht unterdessen Fortschritte bei der Sanierung. Im dritten Quartal wurden die zuletzt angefallenen Milliardenverluste dank harter Einschnitte auf 115 Millionen Dollar eingedämmt. Das Unternehmen schliesst in Nordamerika Fabriken, baut gezielt Stellen ab und feilt an seiner als veraltet geltenden Produktpalette.


Konzentration auf Crossover-Modelle
Vor diesem Hintergrund bestätigte GM am Mittwoch auch Berichte, die Pläne für eine neue Familie von Minivans aufgegeben zu haben. Das Geld werde stattdessen in andere Modelle gesteckt, sagte ein Sprecher des Unternehmen dem «Wall Street Journal». Im Bereich Minivans seien bereits andere, starke Konkurrenten aktiv. GM werde sich daher eher auf so genannte Crossover-Modelle konzentrieren, die zwar auf konventionellen Autos basieren, deren Form aber an die beliebten Geländewagen angelehnt ist. (awp/mc/ab)

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