Golfstaaten noch immer «underbanked»

von Gérard Al-Fil


Bis zum Jahr 2020 haben die GCC-Staaten Gross-Projekte mit einem Volumen von 1000 Milliarden Dollar in der Pipeline. Um so wichtiger sei der Aufbau einer effizienten Bankeninfrastruktur in der Region, so Frau Dr. Nahed Taher, CEO der Gulf One Investment Bank auf dem Globeinvest Banking Forum im saudi-arabischen Jeddah.


Verzerrte Wahrnehmung
«Es gibt diese Auffasung, dass die GCC-Staaten (Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain, Katar, die VAE und der Oman) aufgrund der ihrer Haushaltsüberschüsse keine Probleme in der Ausgabenpolitik. Dies ist falsch, es fehlen noch die langfristigen Finanzierungsinstrumente.», erklärte Frau Dr. Taher in ihrer Keynote. Weiter stelle das hohe Bevölkerungswachstum von 3.4 Prozent pro Jahr die Länder vor Herausforderungen in der Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik. Ausserdem planen die GCC bis zum Jahr 2010 eine gemeinsame Währung. 


Chancen für westliche Institute
Neben Bahrain, Katar und den VAE hat nun auch Saudi-Arabien seinen Finanzmarkt ausländischen Banken geöffnet. Seit Anfang 2006 wurden 10 neue Lizenzen ausgestellt. Die Credit Suisse ist seit kurzem in der Hauptstadt Riad mit einer Branch vertreten, ebenso die Deutsche Bank, zu deren Filialeröffnung am 1. Mai eigens CEO Josef Ackermann angereist war. Das grösste deutsche Finanzinstitut beabsichtigt gar, zur führenden Bank bei Scharia-konformen Produkten aufzusteigen. Für den Petrochemie-Giganten SABIC emittierte die Deutsche Bank einen Islamic Bond in Höhe von einer Milliarde Dollar.

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