Golfstaaten wollen mit Iran auf nuklearer Augenhöhe bleiben

von Gérard Al-Fil
Nüchtern berichteten arabische Medien am Sonntag über die Inbetriebnahme des ersten Atomkraftwerks am Persischen Golf in Buscher, Iran. Die Islamische Republik verfolgt dabei dieselben Ziele wie die arabischen Länder, nämlich, dass deren kostbare Ressourcen Öl und Gas für das lukrative Exportgeschäft bestimmt sein sollen, nicht aber komplett für die wachsende inländische Energienachfrage. Diese soll zunehmend durch die Kernenergie gedeckt werden. Der Iran ist der zweitgrösste OPEC-Ölproduzent und weltweit die Nummer vier der Erdölexporteure.

 

Milliardengeschäft für Koreaner
In den Vereininigten Arabischen Emiraten (VAE) hatte ein Konsortium um die Korea Electric Power Corp. (KEPCO) Ende 2009 einen Auftrag zum Bau von vier 1,400 Megawatt-Reaktoren erhalten. Kosten: 40 Mrd. Dollar. Bis 2020 soll der Atommeiler in Al Gharbia, also im Westen des Landes und somit weit ab von den Metropolen Abu  Dhabi und Dubai ans Netz gehen. Abu Dhabi allein beheimatet ein Zehntel der bekannten Reserven des schwarzen Goldes.

 

Franzosen und USA in Saudiarabien vorn 

Saudiarabien plant ein eigenes Atomkraftwerk nahe der Hauptstadt Riad. Das Königreich ist das Land mit den grössten nachgewiesenen Erdölreserven. Riad will dabei eng mit Frankreich zusammen arbeiten, das allein 77 Prozent seines Elektrizitätsbedarfs mit Atomstrom deckt. Ein ziviles Forschungszentrum King Abdullah Atomic City (KAAC) wurde geschaffen, das von den USA mit Knowhow unterstützt wird. Saudiarabien will seine Stromkapazitäten bis 2020 auf 67,000 Megawatt verdoppeln und dafür 80 Mrd. Dollar investieren. Zwei Drittel der 19 Mio. Saudis sind unter 30 Jahre alt, die Bevölkerung wächst um knapp vier Prozent pro Jahr. Darüber hinaus leben 9 Mio. Gastarbeiter in dem Golfstaat.

 

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