Google wird auch noch Stromproduzent

Google bricht an vielen Fronten aus seinem traditionellen Geschäftsrevier im Internet aus und scheint sich teilweise auf dem Weg zu einem Mischkonzern zu befinden. Diese Woche hat Google nicht nur seinen Online-Speicher angekündigt, sondern auch einen Plan, der die Welt tiefgründiger verändern könnte: Der Internet-Riese wird in den nächsten Jahren die Forschung und Entwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen fördern.
 
Nicht nur selbstlose Motive
Im Rahmen der Initiative «RE<C» will Google einige Dutzend Millionen Dollar in die Forschung stecken. Dafür sollen einerseits eigene Experten angeheuert und andererseits Forschungsbeiträge vergeben werden. Und zwar nicht nur aus selbstlosen Motiven. Man erwarte, so Google, später «hunderte von Millionen Dollar» an Investitionen in bahnbrechende Energieprojekte, die auch für positives Einkommen sorgen sollen.Vorerst werden vor allem Projekt im Bereich Solarenergie, Windenergie und geothermischer Energie gefördert, Google ist aber auch offen für andere Ideen, wenn sie vielversprechend sind.
 
«Renewable Energy cheaper than Coal»
Das Kürzel «RE<C» steht für das konkrete Ziel des Projekts, «Renewable Energy cheaper than Coal», also erneuerbare Energieformen, die billiger sind, als Kohle. Und zwar nicht in kleinen Mengen: Gemäss Google-Gründer Larry Page will man schnell mindestens ein Gigawatt Kapazität erreichen. Das wäre ungefähr so viel Strom, wie San Frabcisco verbraucht. «Wir hoffen, dass wir durch gute Leute, tollen Partner und signifikanten Investitionen schnell vorwärts kommen. Wir sind optimistisch, dass wir schon in einigen Jahren und nicht in einigen Jahrzehnten so weit sein können.»
 
Kohle ist vielerorts die günstigste Möglichkeit, Strom zu erzeugen. Gemäss Google stammt gegenwärtig noch etwa 40 Prozent des weltweit hergestellten Stroms aus Kohleenergie.
 
Google unbelastet
Krasse Selbstüberschätzung? Oder könnte Google wirklich schneller diesen «heiligen Gral» der umweltfreundlichen Stromerzeugung finden, als die weltweite Energiewirtschaft, die ingesamt deutlich mehr Geld in die Entwicklung von Stromerzeugungstechnologien steckt? Als völliger «Aussenseiter» scheint Google zumindest unbelastet von Bestrebungen, Umsätze mit klassischen Energieformen zu schützen. In einem Kommentar von Dr. Larry Brilliant (der heisst wirklich so), dem Chef von Googles «philantropischer» Abteilung, wird zumindest leise Kritik laut: «Eine Menge von Teams leisten grossartige Arbeit, um billige erneuerbare Energieformen zu entwickeln. Wir wollen dazu etwas beitragen, welches diese Arbeiten in Richtung von billigen Technologien ein bisschen schneller vorantreibt. Die üblichen Investitionskriterien könnten nicht ausreichen, um rechtzeitig sehr günstige und saubere Energieformen anbieten zu können und so die schlimmsten Folgen des globalen Klimaweandels zu vermeiden.» (Inside-IT/mc)

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