Grübel sieht UBS stabilisiert – Warnung vor Übertreibungen bei Regulierung

Grübel wies aber darauf hin, dass in der Finanzbranche allgemein nach wie vor grosser Rekapitalisierungsbedarf bestehe. Er verwies auf Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF), wonach die Finanzbranche weltweit 4000 Mrd USD abschreiben müsse. Auf die Banken entfallen demnach 2’500 Mrd USD. Bisher wurden laut IWF erst 1’100 Mrd USD abgeschrieben.


Finanzsektor wird noch einige Zeit leiden
«Angesichts der nach wie vor angespannten Lage an den Kreditmärkten und der sich vermutlich verschlechternden Kreditqualität dürfte der Finanzsektor noch einige Zeit unter diesen Lasten leiden», sagte Grübel gemäss Redetext.


Regulatorischer Druck verstärkt sich weiter
Kritisch äusserte sich Grübel zum Einfluss des Staates in der Finanzbranche: Die verschärften Bestimmungen bei den Eigenmitteln, der Liquidität und den Vergütungen «sind erst der Anfang einer neuen Welle von Vorschriften.» Der regulatorische Druck verstärke sich weiter.


Übertreibungen bei Regulation möglich
«Ein Teil davon ist notwendig und berechtigt, doch müssen wir davon ausgehen, dass es hier auch zu Übertreibungen kommen wird», monierte Grübel. Problematisch seien etwa Vorschläge, die von den Banken eine höhere Eigenmittelunterlegung und gleichzeitig eine massiv höhere Liquiditätshaltung verlangten.


Angst vor Wettbewerbsverzerrungen
Problematisch sei es zudem, wenn die verschärften Vorschriften einseitig zu Lasten der Grossbanken gingen. Das führe zu Wettbewerbsverzerrungen auf dem hiesigen Kreditmarkt.


Abgestimmtes Vorgehen auf internationaler Ebene gefordert
Grübel plädierte für ein international abgestimmtes Vorgehen: Für die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes sei es gefährlich, «wenn die Regulatoren in der Schweiz die Schrauben schneller und stärker anziehen, als dies auf anderen Finanzplätzen geschieht».


«Die fetten Jahre sind vorbei»
Mehr staatlicher Einfluss und Regulierung drücke erfahrungsgemäss auf das langfristige Wachstumspotenzial einer Wirtschaft, sagte Grübel weiter. Derzeit stünden die Zeichen zwar auf Erholung. Es sei aber noch zu früh, um Entwarnung zu geben und zur Tagesordnung zurückzukehren. «Überhaupt bin ich der Meinung, dass die fetten Jahre vorbei sind», konstatierte Grübel. Ohne die starke Kreditausweitung, die vor allem die US-Konjunktur bis vor kurzem noch angetrieben habe, könnten die Wachstumsraten der letzten Jahre nicht erreicht werden. (awp/mc/pg/26)

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