HeidelbergCement: Erneute Umschuldung

Dabei sieht er den Gang an den Anleihemarkt als eine Möglichkeit. Ende 2010 soll das Verhältnis von Nettoschulden und operativem Ergebnis (EBITDA) wieder bei etwa eins zu drei liegen und die Liquiditätsreserve bei etwa 2 Milliarden Euro. Scheifele peilt für sein Unternehmen die Aufnahme in den Leitindex Dax im kommenden Jahr an. Auch nach der Kapitalerhöhung hält der HeidelbergCement-Chef weiterhin daran fest, alle Nicht-Kernaktivitäten zu veräussern. «Wir werden weder das Ziegelgeschäft in den Vereinigten Staaten noch die Building Products von Hanson behalten», betonte Scheifele. «Aber wir verkaufen nur zu akzeptablen Preisen. Notverkäufe wird es nicht geben.»


Deutlicher Abbau der Schulden
HeidelbergCement will bis zum Jahresende seine Verschuldung mit dem Erlös aus der Kapitalerhöhung deutlich senken. «Wir wollen unsere Nettoschulden bis Jahresende auf weniger als 9 Milliarden Euro abbauen und das Fälligkeitsprofil der Restschulden verbessern», sagte Scheifele. Die Kapitalerhöhung soll nach Unternehmensangaben vom Vortag dem im MDax notierten Unternehmen 2,25 Milliarden Euro in die Kasse spülen. «Drei Viertel werden wir zum Schuldenabbau nutzen. Ein Viertel fliesst in unsere Liquiditätsreserve, die dann 1,8 Milliarden Euro beträgt», sagte Scheifele. Zuletzt hatte HeidelbergCement Schulden in Höhe von 11,3 Milliarden Euro ausgewiesen. Die Schuldenlast stammt überwiegend aus dem 14 Milliarden Euro teuren Kauf des britischen Wettbewerbers Hanson.


Neue Aktionärsstruktur
Nach der Kapitalerhöhung und Platzierung der Aktien von Altaktionären gibt es Scheifele zufolge einen «guten Mix aus langfristig interessierten Finanzinvestoren». So zählten zu den neuen Aktionären etwa der norwegische Staatsfonds, der kanadische Pensionssicherungsverein und angloamerikanische Hedgefonds. Es gebe aber keinen strategischen Investor aus der Branche, fügte er hinzu. Der finanziell angeschlagene Grossaktionär Ludwig Merckle halte nach ersten Informationen noch rund 25 Prozent am Unternehmen nach zuvor 72,4 Prozent, sagte Scheifele. Neben den neuen Aktien wurden 57,2 Millionen Aktien von Altaktionären verkauft. (awp/mc/ps/12)

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