Helsana: Unternehmensergebnis um 8,4% auf 116 Mio CHF gesteigert

Philippe Signer, Leiter Finanzen und Dienste, zeigte sich anlässlich der Medienkonferenz am Freitag optimistisch, das Ziel zu erreichen. Sofern sich die Finanzmärkte weiter positiv entwickelten und sich die Teuerung auch im Zusammenhang mit Tarmed im heutigen Rahmen bewege, dürfe auch 2005 mit einem hohen zweistelligen oder gar wieder dreistelligen Gewinn gerechnet werden, präzisierte Signer gegenüber AWP die Ziele.

Weiteres Wachstum avisiert
Die Helsana wolle weiter ertragreich wachsen, wobei dieses Wachstum in erster Linie organisch erfolgen soll, so Signer. Gleichzeitig werde die Helsana aber auch akquisitorische Möglichkeiten nutzen, sofern sich solche ergeben und sie den Zielen entsprechen. Für Signer steht zunächst die Integration des Krankentaggeld- und Unfallversicherungsgeschäftes von La Suisse im Vordergrund.

Einsparungen durch Kontrolle
Im abgelaufenen Jahr stiegen die verdienten Prämien um 8,5% auf 4´432 (4´085) Mio CHF und die Combined Ratio ging um 1,1 Prozentpunkte auf 96,7 (97,8)% zurück. Die Combined Ratio liege sowohl in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) wie auch bei den freiwilligen Zusatzversicherungen unter 100%, heisst es weiter. Allein durch detaillierte Kontrolle der 10 Mio eingegangenen Rechnungen sei 2004 ein Betrag von 250 (220) Mio CHF eingespart worden. Der EBITDA stieg um 26,6% auf 176 (139) Mio CHF, die Rückstellungen verzeichneten ein Plus von 17,9% auf 2´208 Mio CHF. Die Bilanzsumme kletterte per Ende 2004 um 15,3% auf 3´909 (3´390) Mio CHF, das Eigenkapital stieg dabei auf 735 (619) Mio CHF. Bei der Helsana hat sich die Zahl der Versicherten per Anfang 2005 um 170´000 auf über 1,6 Mio erhöht. Darin nicht enthalten sind die im Laufe des Jahres von La Suisse zu Helsana wechselnden Versicherten.

KVG beschränken
Konzernchef Manfred Manser fordert an der Bilanzmedienkonferenz eine Entflechtung von Gesundheits- und Sozialpolitik. Das Krankenversicherungsgesetz (KVG) müsse wieder auf seine ursprüngliche Rolle beschränkt werden. Das KVG sei zum eidgenössischen Gesundheitsgesetz geworden, kritisierte Manser. Immer mehr Bestimmungen seien aufgenommen worden, die nicht die Risikoabdeckung beinhalteten, sondern gesundheits- oder sozialpolitischer Natur seien. Das KVG müsse wieder zum Versicherungsgesetz werden, sagte der Chef der grössten schweizerischen Krankenversicherung.

Reformwille fehlt
In der schweizerischen Gesundheitspolitik fehlt gemäss Manser der Reformwille. Weder Ärzte, Spitäler, Pharmaindustrie und -importeure noch Kantone hätten ein Interesse an einer Änderung des geltenden Systems, weil sich alle ihren Anteil am «Kuchen» gesichert hätten. Die Leidtragenden seien die Prämienzahler und Krankenversicherer, die die Kosten zu berappen hätten, sagte Manser.

Wettbewerb gefordert
Helsana-Verwaltungsratspräsident Eugen David befürwortete die Vorschläge des Bundesrates, die wettbewerblichen Elemente im Gesundheitswesen zu stärken. Er verlangte mehr Preis- und Leistungstransparenz. Namentlich forderte er mehr Wettbewerb im Medikamentenbereich. (awp/mc/as)

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