HSG: Wie weiter mit der zweiten Säule?

Im Zentrum des «International Pension Workshop» im «Holiday Inn Messe» in Zürich, an dem Fachleute aus Wissenschaft und Praxis teilnehmen, stehen zwei kontroverse Fragen: 1. Sollen Lebensversicherer auch weiterhin Renten der zweiten Säule anbieten und vielleicht sogar die autonomen Pensionskassen ablösen? 2. Sollen Individuen die Möglichkeit haben, ihre Pensionskasse frei zu wählen?


Schweiz und Niederlande im Vergleich
Eines der Ziele der Konferenz ist es, aus wissenschaftlichen Ergebnissen konkrete Empfehlungen für die Wirtschafts- und Sozialpolitik abzuleiten. Dazu findet zum Abschluss des ersten Tags des Workshops (Donnerstag, 10. Juni, 17 Uhr) eine öffentliche Diskussionsrunde zur «Zukunft der beruflichen Vorsorge» statt. Die Pensionssysteme der Niederlande und der Schweiz werden dabei miteinander verglichen, um konkrete Reformvorschläge zu gewinnen.  Kontrovers diskutiert wird einerseits die Frage, ob Lebensversicherer Vorsorgepläne auch weiterhin anbieten sollen oder ob die Bereitstellung der Renten ausschliesslich durch die Arbeitgeber erfolgen soll. Andererseits wird die umstrittene Forderung nach der freien Wahl der Pensionskasse debattiert. Der Vergleich zwischen der beruflichen Vorsorge in der Schweiz und dem ähnlichen Vorsorgesystem der Niederlande wird wertvolles Anschauungsmaterial liefern.


Wissenschaft und Praxis im Dialog
Der Anspruch, Forschung und Praxis in der Diskussion zu verbinden, wird durch die Besetzung des Podiums unterstrichen. Die Praxis ist mit den renommierten Experten Dr. Vera Kupper Staub, CIO der Pensionskasse der Stadt Zürich, und Dr. Ivo Furrer, CEO der Swiss Life Schweiz, vertreten. Die Wissenschaft repräsentieren Prof. Theo Nijman und Prof. Lans Bovenberg. Beide arbeiten für die Tilburg University, engagieren sich in führenden Positionen im Netspar-Netzwerk und sind international bekannte Forscher auf dem Gebiet der Altersvorsorge. Dr. Katja Gentinetta rundet das Feld mit ihrer Schnittstellenfunktion zwischen Wissenschaft und Politik ab. Sie ist Vizedirektorin der Avenir Suisse. Geleitet wird die Diskussion von Prof. Dr. Monika Bütler, Direktorin des Schweizerischen Instituts für Empirische Wirtschaftsforschung (SEW-HSG) an der Universität St.Gallen und Forschungskoordinatorin des Netspar-Netzwerks.


Welche Lehren aus der Krise ziehen?
Für eine nachhaltige Stabilität der zweiten Säule ist auch die Überwindung der Finanzkrise von entscheidender Bedeutung. In mehreren Workshops der Tagung werden die Finanzmärkte deshalb aus der Sicht der optimalen Altersvorsorge beleuchtet. In diesem Zusammenhang steht auch der öffentliche Plenarvortrag von ETH-Professor Paul Embrechts  (Donnerstag, 10. Juni, 15.15 Uhr). Er legt in seinem Referat dar, inwiefern die Verwendung von komplexen «neuen» Finanzinstrumenten für die Krise verantwortlich ist und welche Lehren für Pensionskassen gezogen werden müssen. (hsg/mc/ps)


Informationen
Datum: Donnerstag und Freitag, 10. und 11. Juni 2010
Ort: Holiday Inn Zurich Messe, Wallisellenstrasse 48, Zürich 8050


Über Netspar
Netspar ist ein unabhängiges Netzwerk für Forschung, Ausbildung und Wissenstransfer in den Bereichen der Altersvorsorge, der demografischen Alterung und der Lebenssituation im Alter. Das Netzwerk besteht aus Forschern und Praktikern und wird von Universitäten und interessierten privaten und öffentlichen Institutionen unterstützt. Gründungsmitglied und Wissenschaftlicher Direktor von Netspar ist der neue Ehrendoktor der HSG, Prof. Lans Bovenberg.


Über das SEW-HSG
Das 2008 gegründete Schweizerische Institut für Empirische Wirtschaftsforschung (SEW-HSG) an der Universität St.Gallen engagiert sich in akademischer Forschung, Politikberatung und Lehre. Die Philosophie des Instituts ist, dass Wirtschaftspolitik auf der Grundlage empirischer Ergebnisse und einem gründlichen Verständnis der politischen Entscheidungs-Prozesse basieren soll. Die Forschungs- und Beratungstätigkeiten umfassen angewandte Arbeitsmarktforschung, Behavioural Economics, Demografie, mikroökonometrische Methoden, politische Ökonomie und allgemeine Wirtschaftspolitik.


Über die Universität St.Gallen (HSG)
Internationalität, Praxisnähe und eine integrative Sicht zeichnen die Ausbildung an der Universität St.Gallen (HSG) seit ihrer Gründung im Jahr 1898 aus. Heute bildet die HSG 6400 Studierende aus 80 Nationen in Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Rechts- und Sozialwissenschaften aus. Mit Erfolg: Die HSG gehört zu den führenden Wirtschaftsuniversitäten Europas. Für ihre ganzheitliche Ausbildung auf höchstem akademischem Niveau erhielt sie mit der EQUIS- und AACSB-Akkreditierung internationale Gütesiegel. Studienabschlüsse sind auf Bachelor-, Master- und Doktorats- bzw. Ph.D.-Stufe möglich. Zudem bietet die HSG erstklassige und umfassende Angebote zur Weiterbildung an. Kristallisationspunkte der Forschung an der HSG sind ihre 40 Institute, Forschungsstellen und Centers, welche einen integralen Teil der Universität bilden. Die weitgehend autonom organisierten Institute finanzieren sich zu einem grossen Teil selbst, sind aber dennoch eng mit dem Universitätsbetrieb verbunden.&

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