IHAG Kommentar: Makrodaten nun wieder im Vordergrund

Es folgte eine weitere Flucht von Geldern in sichere Anlagen, egal zu welchem Preis. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen sank in der Schweiz von 1.25% auf 1.13%, der USD/CHF-Kurs von 1.05 auf 1.04, der EUR/CHF-Kurs von 1.345 auf 1.315. Gold war wieder gefragt und die Unze stieg von USD 1215 auf USD 1226. Der Ölpreis entwickelte sich ähnlich wie die Aktienmärkte und schloss tiefer bei USD 76 pro Barrel. Die gradlinige Erholung der US-Wirtschaft ist klar vom Tisch. Auch neue Stimulierungsprogramme werden von der Regierung erwogen, wobei der Support im Parlament sinkt. In Europa hält Deutschland mit dem Sparkurs dagegen und scheint mit einer unerwartet starken Erholung der Wirtschaft recht zu haben.


Vieles spricht für Aktien
Die Berichtsperiode geht dem Ende entgegen. Die Mehrheit der Unternehmen ist fit, hat die Bilanz sowie die Effizienz gestärkt und blickt zuversichtlich in die Zukunft. Gebremst wird das gute Bild auf der Mikroebene durch die Probleme der Verschuldung auf Staatsebene und die hohe Arbeitslosigkeit. In diesem Dilemma parken die Anleger ihre Gelder in sichere Häfen, auch wenn es kaum mehr Rendite abwirft. Dagegen stehen historisch tief bewertete, renditestarke Aktien, welche nach der massiven Erholung von Frühjahr 2009 bis Frühjahr 2010 nun rund 10% von den Höchstwerten im April korrigiert haben und sich seit drei Monaten nervös seitwärts bewegen. Die Aktienmärkte sind in Europa und USA zu einem P/E 2010 von 10-13x bewertet, die 10-jährigen Schweizer Staatsanleihen zu einem P/E 2010 von 90x (Kehrwert von 1.13% Rendite). Angesichts der hohen Dividendenrendite von meist über 3% spricht eigentlich alles für Aktien.


Börse misstraut steigenden Gewinnerwartungen
Die Börse misstraut allerdings den steigenden Gewinnerwartungen, weshalb das Bewertungsargument in den Hintergrund tritt. Bei einem Double Dip könnten die Aktien trotz mittelfristig tiefer Bewertung nämlich nochmals billiger werden. In unserem Makro-Szenario haben wir die Wahrscheinlichkeit eines Double Dip allerdings gering gewichtet. Vielmehr dürfte die wirtschaftliche Erholung nicht geradlinig, sondern mit einer momentanen Delle erfolgen. Daher würden wir weiter in cashflowstarke Marktleader wie Nestlé, Givaudan, Swatch, Inditex und McDonald?s als Basisanlage investieren. Daneben könnten mutige Investoren bei abgestraften zyklischen Werten wie Adecco, Holcim und ITW die tiefen Niveaus für Zukäufe nutzen.


(IHAG/mc/hfu)


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