Intershop steigert Reingewinn um mehr als 10 Prozent

Als Pluspunkt im Portfolio wertet das Unternehmen denn auch den hohen Anteil von Mietern der öffentlichen Hand. Im Verwaltungsrat der vom Financier Martin Ebner dominierten Holding kommt es zudem zu einem Wechsel. Beim Reingewinn erwirtschaftete Intershop im abgelaufenen Geschäftsjahr 58,9 Mio CHF nach 53,1 Mio CHF im Vorjahr. Der Nettoliegenschaftsertrag stieg auf 69,2 (VJ 67,0) Mio CHF und das Betriebsergebnis auf 92,3 (86,6) Mio CHF, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.


Leerstandsquote gesenkt
Die Leerstandsquote wurde in den 73 Liegenschaften in der Schweiz im vergangenen Jahr auf 11,2% von 12,9% gesenkt. Knapp die Hälfte der vermieteten Objekte sind Büros und Schulen, ein Viertel Gewerbeflächen und Lager. Detailhandel und Wohnungen machen jeweils 14% aus. Der Verkauf von Immobilien spülte im vergangenen Jahr 26,0 (13,7) Mio CHF in die Kasse. Für 20 Mio CHF wurden Immobilien akquiriert.


VRP Schildknecht tritt zurück
«Ein ausgezeichneter Abschluss», kommentierte VRP Kurt Schiltknecht. Der Verwaltungsrat beantrage daher der Generalversammlung eine unveränderte Dividende von 20,00 CHF pro Aktie. Schiltknecht tritt an der kommenden ordentlichen Generalversammlung zurück. Als sein Nachfolger ist Felix Fischer vorgesehen. Dieser ist seit 2004 Mitglied des Verwaltungsrats.


Zurückhaltende Investitionspolitik
Im Geschäftsjahr 2009 will das Unternehmen wegen der Wirtschaftskrise allerdings vorsichtig am Markt agieren. «Auch im laufenden Geschäftsjahr wird Intershop eine zurückhaltende Investitionspolitik verfolgen», sagte Schiltknecht. Der VRP geht davon aus, dass es in diesem Jahr zu «deutlichen Preiskorrekturen im Immobilienmarkt kommen wird». Bei einer länger anhaltenden Wirtschaftskrise könnten sich nach Ansicht des VRP wieder attraktive Kaufgelegenheiten ergeben. Intershop würde dann «eine etwas aggressivere Investitionspolitik verfolgen und Problemobjekte mit einem mittelfristigen Ertragspotenzial erwerben».


Kantone als solide Kunden
Die Bonität der Mieter spielt nach Darstellung von CEO Cyrill Schneuwly eine immer grössere Rolle. Als erfreulich wertet der Konzernchef denn auch, dass unter den fünf grössten Mietern der Intershop Kantone einen hohen Anteil haben. So steuert der Kanton Zürich 7,3% und der Kanton Waadt 4,5% der Mieterträge bei. Unter den Top Five finden sich zudem Migros (5,1%), Sauvin Schmidt (3,9%) und Credit Suisse (3,7%).


Weiterhin stabile Mieterträge erwartet
Im Geschäftsjahr 2009 erwartet Intershop stabile Mieterträge und Finanzierungskosten. «Ob an die Vermietungserfolge der letzten Jahre angeknüpft werden kann, ist nicht sicher», sagte Konzernchef Schneuwly. Unberechenbar bleibe die Entwicklung der Marktwerte und Verkaufspreise von Immobilien. «Die Risikoaversion vieler Anleger sollte jedoch neue Einstiegschancen bieten», ergänzte er. Im Mehrjahresdurchschnitt erwartet Intershop weiterhin eine Eigenkapitalrentabilität von 8%. Im vergangenen Jahr lag diese bei 11,8%.


Analysten sehen Intershop «stolz bewertet»
Nach Einschätzung der Analysten der ZKB fiel der Nettomietertrag wie erwartet aus. Höhere Verkaufsgewinne und die Auflösung einer Rückstellung hätten jedoch zu einem EBIT vor Neubewertung über den Erwartungen geführt. Die ZKB hält die Bewertung angesichts der 2009 voraussichtlich ausbleibenden Verkaufsgewinne und der erwarteten tieferen Dividende für nicht gerechtfertigt. Die neue Einstufung laute daher «Untergewichten». Die Anleger honorieren den Abschluss und den Ausblick mit Kaufaufträgen. Am späten Vormittag steigt die Aktie um 1,9% auf 265,00 CHF. Der Gesamtmarkt (SPI) verliert derweil 0,76%. (awp/mc/ps/09)

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