Investitionstätigkeit nimmt in der Schweiz zu

Dafür wurden rund 6000 Firmen in fast allen Sektoren (Industrie, Bau, Dienstleistungen) befragt. Zwischen den Sektoren zeigen sich deutliche Unterschiede.  Die Industrie, die während der Krise einen kräftigen Nachfrageeinbruch erlitten hatte, investierte im laufenden Jahr sehr stark: Die Firmen rechnen mit einer Zunahme von 21%. Nächstes Jahr dürfte die Steigerung noch rund 5% betragen. Das Baugewerbe geht sowohl für 2010 als auch für 2011 eher von rückläufigen Investitionen aus.


Dienstleistungssektor investiert am meisten
Der weitaus grösste Teil der privaten Investitionen – rund zwei Drittel – wird von den Firmen des Dienstleistungssektors getätigt. Dieser Sektor war von der Rezession weniger betroffen als andere Branchen. Entsprechend ist der Nachholbedarf weniger gross wie etwa in der Industrie. Die Dienstleistungsfirmen gaben an, dass sie dieses Jahr 4% mehr investierten und im kommenden 6% mehr investieren wollen. Für die Unternehmen aller Sektoren gilt, dass sie ihre Investitionen in Ausrüstungen deutlicher als jene in Bauten erhöhen wollen.


Unsicherheiten hinsichtlich 2011
Die Investitionspläne für das kommende Jahr sind mit grossen Unsicherheiten behaftet. Bei den Industriefirmen war bei den letzten beiden Befragungen die Planungsunsicherheit sehr hoch. Die aktuelle Erhebung zeigt eine deutlich höhere Sicherheit. Demgegenüber hat sich die Planungssicherheit im Baugewerbe und dem Dienstleistungssektor im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verschlechtert.


Ersatz bestehender Produktionsanlagen
Wichtigstes Ziel der Investitionen bleibt der Ersatz bestehender Produktionsanlagen. Rationalisierungsinvestitionen stehen weniger im Vordergrund als in den vergangenen Jahren. Dies gilt ebenfalls für Investitionen zugunsten des Umweltschutzes. Die Produktionskapazität in der Industrie dürfte nächstes Jahr deutlich ausgeweitet werden. Insbesondere in den Branchen Chemie, Metall, Maschinen und Geräte sind grosse Steigerungen vorgesehen.


Investitionsumfrage revidiert
Die KOF hat ihre Investitionsumfrage revidiert. So werden die Firmen nun auch nach ihren quantitativen Investitionsplänen befragt. Daraus können direkt Wachstumsraten für das zu Ende gehende und das nächste Jahr berechnet werden. Ebenfalls neu ist, dass die Resultate bereits Ende Jahr publiziert werden können. Dazu werden die Firmen jetzt von Oktober bis November befragt (vormals: November bis Dezember). (kof/mc/ps)

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