Jungfraubahnen trotzen der Krise

Der Betriebsertrag sank in der Berichtsperiode um 1,6% auf 65,4 (VJ 66,5) Mio CHF. Dank der eingeleiteten Sparmassnahmen reduzierten sich die Betriebskosten um 1,7% auf 43,2 (43,9) Mio CHF. Das Betriebsergebnis (EBIT) fiel um 6% auf 10,9 (11,6) Mio CHF, was einer EBIT-Marge von 16,6% entspricht. Unter dem Strich resultierte ein um 9% tieferer Reingewinn von 8,2 (9,0) Mio CHF, wie das Bahnunternehmen am Mittwoch mitteilte.


Ergebnis über Markterwartungen
Mit den vorgelegten Zahlen hat die Gesellschaft die Schätzungen der Analysten übertroffen. Die Experten von Sal. Oppenheim und Bank Vontobel haben mit einem Umsatz von 62,0/61,0 Mio, einem EBIT von 9,0/8,4 Mio und einem Reingewinn von 7,0/6,4 Mio CHF gerechnet.


Mehr Gäste denn je auf dem Jungfraujoch
Die Ergebnisse seien umso erfreulicher, wenn man die Rahmenbedingungen in die Beurteilung mit einbeziehe, heisst es. Die Finanz- und Wirtschaftskrise habe sich bereits im letzten Quartal 2008 spürbar negativ auf die Gästezahlen auf dem Jungfraujoch ausgewirkt. Seit April 2009 komme noch die Schweinegrippe hinzu, welche sich ebenfalls negativ auf die Nachfrage auswirke. Die Umsätze aus dem Gruppenreiseverkehr brachen um 40% ein. Dank Aktionen auf dem Heimmarkt und Nahmärkten seien aber mit 268’000 Personen insgesamt mehr Gäste auf dem Jungfraujoch gestanden, so die Bahnbetreiberin.


Wintersportgeschäft: Eigenerwartungen erfüllt
Die Firstbahn profitierte von den guten Auslastungszahlen im Winter und neuen Angeboten auf dem Berg. Etwas schwächer fielen die Frequenzen bei der Harderbahn aus. Bei der Mürrenbahn führt die Gruppe den Frequenzrückgang auf die lang geöffnete Talabfahrt zurück. Das Wintersportgeschäft hat die Erwartungen der Gruppe erfüllt. Trotz überdurchschnittlich vielen Ausfalltagen wegen des starken Föhns sei aber der zweithöchste Wintersportumsatz in der Geschichte erzielt worden, schreibt die Gruppe.


Weitere Investitionen
Um die Attraktivität des Gebiets weiter zu steigern, tätigt die Gesellschaft weitere Investitionen. Für die Wintersaison erstellt die Jungfraubahn eine weitere 6er-Sesselbahn bei der Kleinen Scheidegg und vervollständigt die Beschneiungsanlagen im Gebiet Kleine Scheidegg-Eigergletscher. Weiter investiert sie in die Erneuerung der Produktionsanlage im Kraftwerk Lütschental. Dadurch steige die Stromproduktion ab 2011 um 50%.


Marketingaktivitäten in Asien intensiviert
Zum Ausblick äussert sich die Gruppe wenig konkret. Die Frequenz «Jungfraujoch-Top of Europe an» habe bis und mit August lediglich 1,2% abgenommen. Im Gegensatz zum ersten Halbjahr habe man auf weitere Aktionen verzichtet, stattdessen seien die Marketingaktivitäten in den asiatischen Quellmärkten vestärkt worden. Man verhalte sich bewusst antizyklisch in der Überzeugung, die Marktposition mittelfristig weiter zu festigen und für den Aufschwung ab 2010 gerüstet zu sein, heisst es. (awp/mc/ps/06)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.