Karstadt-Bieterrennen entschieden: Zuschlag für Berggruen

Nun werde umgehend ein Kaufvertrag mit den Berggruen-Gesellschaften abgeschlossen, kündigte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg an. Berggruen kündigte an, er wolle «Karstadt wieder auf Kurs» bringen. Der 48-Jährige hatte zuvor angekündigt, im Gegensatz zu seinen Konkurrenten Highstreet und Triton bei der Sanierung von Karstadt auf weitere Einschnitte bei den rund 25 000 Beschäftigten verzichten zu wollen. Er werde Karstadt erneuern und interessanter machen, sagte er.


Highstreet bleibt bei bestehenden Konditionen
Der neue Karstadt-Investor muss sich nun jedoch noch mit den Vermietern abschliessend über die von ihm geforderten Mietsenkungen einigen. «Wir bleiben unverändert bei den Konditionen unseres Angebots», erklärte dazu ein Sprecher des Karstadt-Vermieterkonsortiums Highstreet am Montagabend.


Die mehrheitlich zu Goldman Sachs gehörende Gesellschaft hatte zuvor mit einem eigenen Angebot an dem Bieter-Wettstreit teilgenommen. Dabei soll der Immobilienfonds nach Informationen aus Kreisen zusätzliche Mietsenkungen von 230 Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre ins Spiel gebracht haben. Allein für das laufende Jahr sollen sich die Mietforderungen von Highstreet an Karstadt auf rund 250 Millionen Euro belaufen. Highstreet besitzt 86 der 120 Karstadt-Warenhäuser.


Verkauf bis Spätsommer abgewickelt
Nach der Vertragsunterzeichnung mit Berggruen, die bis zum kommenden Mittwoch geplant ist, soll der Verkauf nun bis zum späten Sommer komplett abgewickelt werden. Nach der Unterschrift des Investors muss das Essener Amtsgericht den Insolvenzplan am Donnerstag noch bestätigen. Das gilt jedoch als Formalie.


«Schritt in die richtige Richtung»
Der Insolvenzverwalter zeigte sich zuversichtlich, mit dem Zuschlag für Berggruen «einen Schritt in die richtige Richtung» getan zu haben. In der Sitzung des Gläubigerausschusses habe es zuletzt ein «Kopf-an-Kopf-Rennen» mit dem deutsch-skandinavischen Investor Triton gegeben, berichtete Görg-Sprecher Thomas Schulz. Bereits kurz nach Beginn der Sitzung hatte die Gewerkschaft Verdi öffentlich angekündigt, ihre Stimme für Berggruen abgeben zu wollen.  (awp/mc/pg/18)

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