KOF-Konjunktur-Barometer Januar fälllt deutlich auf 1,70 Punkte

Von AWP befragte Ökonomen hatten für den Januar 2008 einen Stand im Bereich von gut 1,90 prognostiziert.


Wachstum dürfte sich im 1. Halbjahr abschwächen
Der Wert des Vormonats Dezember wurde nach unten revidiert auf 1,84 (zuvor 1,99), derjenige für den November auf 1,96 (2,02). Das Barometer hat damit den grössten Rückschlag seit Oktober 2006 erlebt und steht auf dem tiefsten Stand seit Dezember 2006. Das Barometer weise zwar darauf hin, dass die Wachstumsrate des Bruttoinlandprodukts zum Vorjahr weiterhin positiv sein werde. Es sei jedoch davon auszugehen, dass sich das Wachstum im 1. Halbjahr 2008 abschwächen dürfte, so die Konjunkturforscher des KOF.


Reaktionen der Banken auf die Finanzmarktturbulenzen
Laut KOF hat vor allem das Modul Kreditgewerbe, das erstmals seit dem Oktober wieder neu berechnet wurde, zum Abwärtstrend beigetragen bzw. eine stärkere, bis ins letzte Jahr zurückreichende Korrektur erfahren. Sein Verlauf sei seit Oktober 2007 nicht mehr seitwärts, sondern abwärts gerichtet, heisst es. In dieser Berichtigung seien denn auch die nun sichtbar werdenden Reaktionen der Banken auf die Finanzmarktturbulenzen seit Sommer 2007 enthalten.


Konsum nach wie vor stark
Das Barometer-Modul Kern-BIP (Gesamtwirtschaft ohne Baugewerbe und Kreditgewerbe), das gut 90% der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung reflektiert, hat dagegen nur eine leichte Abwärtstendenz auf hohem Niveau eingeschlagen. Nach wie vor stark ist der Konsum, er ist laut KOF jetzt die Stütze des Moduls. Das Sub-Modul Exportdestination EU und das Sub-Modul Schweizer Industrie vermochten dagegen keine positiven Impuls zu leisten. Der erste Indikator sei rückläufig und der zweite stagniere wie schon in den Vormonaten. Ein weiterer Mal abgenommen hat auch der Indikator des Moduls Baugewerbe, der auf die Nulllinie zusteure.


Wachstum des realen BIP 2008 weiter bei 1,9 % erwartet
Das Barometer stehe nach wie vor auf einem relativ hohen Niveau, heisst es in einem Kommentar der Credit Suisse, man müsse aber damit rechnen, dass das Wachstum in den nächsten Quartalen deutlich bescheidener ausfallen dürfte als zuletzt. Die Ökonomen gehen allerdings weiter von einem Wachstum des realen Bruttoinlandproduktes 2008 von 1,9% aus. Die Schweizer Wirtschaft sei in einer relativ guten Position, um einem grösseren Abschwung zu widerstehen, meinen sie. Die gehen denn auch davon aus, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) vorläufig an ihrem Zielwert von 2,75% für den 3-Mte-Liborsatz festhalten wird. (awp/mc/pg)

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