Kuoni führt neue Konzernstruktur ein

Die Reorganisation wird ab 01. Oktober 2009 eingeführt und soll bis Mitte 2010 abgeschlossen sein. Von der Neuorganisation verspricht sich Kuoni zusätzliche Kosteneinsparungen. Den Umfang der Kosteneinsparungen konnte ein Sprecher auf Anfrage von AWP noch nicht beziffern. Auch würden einerseits neue Stellen geschaffen, andererseits bestehende Stellen abgeschafft. Davon sei vor allem die Produktion betroffen, hiess es weiter. Der Sprecher stellte mögliche weitere Informationen anlässlich der Publikation der Neunmonatszahlen bzw. des Jahresabschlusses in Aussicht.


Fokus auf M&V, globalen Einkauf und globale Produktion
Die neue Konzernstruktur beinhaltet die beiden Marktregionen Nord und Süd sowie eine Einkaufs- und Produktionseinheit für beide Marktregionen. Destinations bleibt als globale Division wie bisher bestehen. Die Neuorganisation fokussiert einerseits auf Marketing und Verkauf, anderseits auf einen globalen Einkauf und eine globale Produktion.


Schweiz in Marktregion Süd
Die Marktregion Nord beinhaltet die Märkte Grossbritannien, Schweden, Norwegen, Dänemark, Benelux, Russland, sowie die Fluggesellschaft Novair und das Ferienresort Playitas. In der Marktregion Süd sind die Märkte Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien, Indien und Hongkong/China enthalten. Die einzelnen Ländereinheiten sind dabei für das Marketing und den Verkauf verantwortlich.


Varsen und Leser an der Spitze der Marktregionen
Die klassische Touroperatingproduktion für Landleistungen wird in der neuen Einkaufs- und Produktionseinheit weltweit aufbereitet. Lokalspezifische Geschäftsprozesse, wie die Steuerung und der Einkauf von Flugleistungen, verbleiben in den Marktregionen. Die Marktregion Nord wird von Leif Vase Larsen geführt. Die Marktregion Süd leitet Stefan Leser.


Einkaufspotenzial verstärkt nutzen
Die neue Einkaufs- und Produktionseinheit beinhaltet verschiedene Produktekategorien, die für den Einkauf und die Aufbereitung von Landleistungen an den Destinationen weltweit zuständig sind. Diese beinhalten rund 90% der Angebote der Kuoni-Gruppe. Die Produkte und Dienstleistungen werden von den Marktregionen ausgewählt und zusammengestellt. Die Konzentration dieser Aufgaben in verschiedenen geografischen Expertenzentren ermögliche der Gruppe, ihr Einkaufspotential verstärkt zu nutzen, heisst es weiter. Die Einheit wird von Rolf Schafroth geführt; er leitet auch weiterhin die Division Destinations.


Neue Struktur an Modell bei Kuoni Skandinavien angelehnt
«Diese (neue) Struktur ist an das bestehende Modell bei Kuoni Skandinavien angelehnt, das sich als sehr stark, effizient und effektiv erwiesen hat. Um der breiteren Produktepalette und den unterschiedlichen Anforderungen innerhalb der Kuoni-Gruppe Rechnung zu tragen, wurde das Modell (…) angepasst», wird CEO Peter Rothwell in der Mitteilung zitiert.


Reto Wilhelm verlässt Gruppe – Larsen neu in der Konzernleitung
Infolge der Neuorganisation und wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Umsetzung der Strategie scheidet Reto Wilhelm, bisher Leiter der Strategischen Business Division Style, aus der Konzernleitung und dem Unternehmen aus. Ab Oktober 2009 setzt sich die Konzernleitung zusammen aus CEO Peter Rothwell, CFO Max E. Katz, Leif Vase Larsen, Stefan Leser und Rolf Schafroth. Larsen nimmt damit neu Einsitz in die Konzernleitung. Er ist seit 10 Jahren für Kuoni tätig und leitete zuletzt die Geschäftseinheit Skandinavien.


Kosteneinsparungen  von 40 Mio. Franken jährlich
Kuoni hatte Anfang 2009 das Investitions- und Kostensenkungsprogramm angekündigt. Der Investitionsteil umfasst über drei Jahre 106 Mio CHF. Die Kostensenkungen sollen auf EBIT-Basis ab 2011 Verbesserungen um 40 Mio CHF jährlich bringen. Mit den Massnahmen ist auch Stellenabbau im tiefen einstelligen Prozentbereich verbunden, der zumeist über die natürliche Fluktuation erfolgen soll, hiess es damals.


Keine Trendwende
Im August hatte der Konzern in der Schweiz die Einführung von Kurzarbeit im Umfang von 20-40% angekündigt. CEO Katz rechnete damals in einem Presse-Interview für 2009 lediglich auf operativer Stufe mit einem Gewinn. Der Trend im Schweizer Geschäft habe sich seit der Präsentation der Halbjahreszahlen nicht verändert, so ein Pressesprecher. Das reduzierte Flugangebot werde in der Herbstferienzeit jedoch gut ausgebucht sein. (awp/mc/pg/09)

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