Kurzfristig keine Herabstufung der Kreditwürdigkeit Griechenlands

S&P hatte Griechenland mit einer kurzfristig bevorstehenden Herabstufung des Ratings gedroht («CreditWatch negative»). Die zuletzt getroffenen Massnahmen der griechischen Regierung zur Verminderung des Defizit seien aber angemessen um das Haushaltsziel für das Jahr 2010 zu erreichen. Am 5. März hatte das griechische Parlament eine Reihe von Massnahmen beschlossen, um das Haushaltsdefizit im laufenden Jahr auf 8,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu senken. Im vergangenen Jahr lag das Defizit noch bei 12,7 Prozent des BIP. Das Konsolidierungsprogramm habe eine Bestätigung des Ratings ermöglicht, sagte S&P-Analyst Marko Mrsnik. Die griechische Wirtschaft dürfte im laufenden Jahr um rund vier Prozent schrumpfen.


Skepsis betreffend Erreichung der Defizitziele
S&P zeigte sich jedoch skeptisch, ob Griechenland seine Defizitziele auch in den kommenden Jahren erreichen kann, falls keine zusätzliche Massnahmen ergriffen werden. Daher ist der Ausblick für das Kreditrating negativ. Das Wirtschaftswachstum dürfte mittelfristig deutlich niedriger ausfallen als von der Regierung erwartet. Dies werde auch die Steuereinnahmen vermindern. Es bleibe daher abzuwarten, ob die griechische Regierung den politischen Willen habe, die Haushaltskonsolidierung wie geplant durchzusetzen. Für das Jahr 2011 strebt Griechenland ein Haushaltsdefizit von 5,6 Prozent des BIP und im Jahr 2012 von 2,8 Prozent des BIP an.


Herabstufung möglich
Eine erneute Herabstufung der Kreditwürdigkeit ist laut S&P möglich, falls die Regierung die bisher beschlossenen Strukturreformen nicht umsetzt. Der negative Ausblick könne aber auch wegfallen, falls es zu Reformen im Sozialsystem oder es zu einem Rückgang der Refinanzierungskosten kommt.


Rating Ende letztes Jahres gesenkt
Ende des vergangenen Jahres hatten S&P und Fitch ihre Ratings für griechische Staatsschulden auf BBB+ gesenkt. Lediglich die dritte grosse Ratingagentur Moody’s gibt Griechenland mit «A2» noch ein Rating im A-Bereich. Die EZB akzeptiert derzeit auch Staatsanleihen, die schlechter als «A» bewertet werden. Dies liegt an den in der Finanzkrise verringerten Ratinganforderungen der EZB. Diese könnten jedoch im Jahr 2011 wieder verschärft werden. Dies dürfte vor allem griechische Banken stark unter Druck bringen. Solange jedoch Moody’s mit seinem Rating nicht unter «A3» geht, besteht dieses Risiko nicht. (awp/mc/pg/28)

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