Leo Kirch will weitere zwei Milliarden Euro von Deutscher Bank

Im Zusammenhang mit der Pleite seines Medienkonzerns fordere Kirch zusammen mit dem Insolvenzverwalter Michael Jaffé, der DZ Bank, der Bayern LB, der HVB und der Commerzbank 2,011 Milliarden Euro von der Deutschen Bank, sagte ein Kirch-Sprecher am Freitag auf Anfrage. Diese Forderung steht im wesentlichen in Zusammenhang mit dem früher zum Kirch-Imperium gehörenden TV-Konzern ProSiebenSat.1 . Insgesamt summierten sich Kirchs Forderungen gegenüber der Deutschen Bank damit auf 3,6 Milliarden Euro. Die Deutsche Bank wies die Forderungen Kirchs als „substanzlos“ zurück.


Interview mit Deutsche Bank-Chef habe zur Insolvenz geführt
Das Medienimperium von Leo Kirch, zu dem neben Kirch Media der Bezahlsender Premiere und ein Anteil am Axel-Springer-Verlag gehörte, war 2002 unter der Last von 7 Milliarden Euro Schulden zusammengebrochen. Auslöser des jahrelangen Rechtsstreits ist ein am 4. Februar 2002 ausgestrahltes Interview des Fernsehsenders Bloomberg TV. Darin hatte der damalige Deutsche-Bank-Chef Breuer über Kirchs Kreditwürdigkeit gesagt: „Was alles man darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen.“ Zwei Monate später meldete die erste Kirch-Gesellschaft Insolvenz an.


Verantwortlich für öffentlich geäusserte Zweifel
Vor einem Jahr hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass die Deutsche Bank und Breuer selbst grundsätzlich für Schäden haften, die der Kirch-Gesellschaft Printbeteiligungs GmbH durch Breuers öffentlich geäusserte Zweifel an Kirchs Kreditwürdigkeit entstanden sind. Bevor Kirch von der Deutschen Bank jedoch Geld bekommt, muss er in einem neuen Prozess nachweisen, dass die Interview-Äusserung vom Februar 2002 bei der Gesellschaft tatsächlich Schäden verursacht hat oder ob diese nicht schon auf die damalige Situation des Kirch-Konzerns zurückzuführen seien.


Deutsche Bank werde „entschlossen entgegentreten“
Ein Sprecher der Deutschen Bank bestätigte auf Anfrage die neuen Forderungen und ergänzte: „Auch diese Forderungen sind substanzlos. Es handelt sich um die Fortsetzung des Versuchs, von den Ursachen für den Zusammenbruch des Kirch-Konzerns abzulenken und die Verantwortung Dritten zuzuschieben.“ Es gebe keinen Zusammenhang zwischen dem Interview und den behaupteten Schäden. Einer etwaigen Zahlungsklage werde die Deutsche Bank „entschlossen entgegentreten“. In dem vorangegangenen Verfahren habe der BGH lediglich entschieden, „dass Ansprüche, wenn überhaupt, nur einer bestimmten Tochtergesellschaft, nämlich der Printbeteiligungs GmbH zus tehen könnten“. (awp/mc/ab)

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