Lindt&Sprüngli 2009 mit 1,9 % weniger Umsatz

In Anbetracht der herausfordernden Situation auf den Märkten für Premium- und Luxusprodukte sei die Umsatzsteigerung in Lokalwährungen aber «zufriedenstellend».


Analysten-Schätzungen knapp verfehlt
Lindt hat mit den veröffentlichten Umsatzzahlen die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) um rund 1% verfehlt. Diese hatten im Durchschnitt mit Verkäufen von 2,545 Mrd CHF (Bandbreite 2,511 – 2,607 Mrd) gerechnet.


Überdurchschnittliche Entwicklung in Nordamerika
Der Umsatz in den USA sowie in Kanada und Australien habe sich insbesondere in der zweiten Jahreshälfte überdurchschnittlich entwickelt, so die Mitteilung weiter. Die Marken Lindt und Ghirardelli seien 2009 «wieder die am schnellsten wachsenden Schokolademarken» gewesen und hätten «erneut substanzielle Marktanteilsgewinne» gewonnen. In den meisten europäischen Ländern sei das Wachstum wegen der negativen Konsumentenstimmung in Verbindung mit einem sehr vorsichtigen Disponieren des Handels dagegen «verhalten» gewesen.


Steigende Marktanteile
Die weitere Ausbreitung der Hard-Discounter, in denen Lindt-Produkte nicht erhältlich sind, sowie zunehmende Nachfrage an Eigenmarken hätten «entsprechende Auswirkungen auf das Premium-Geschäft» gehabt. Aufgrund der insgesamt sehr schwachen Gesamtmarktentwicklung seien dennoch steigende Marktanteile erzielt werden. In Italien habe sich die Entwicklung hin zu modernen Distributionskanälen bemerkbar gemacht. Der Absatz über den modernen Handel sei hingegen «sehr dynamisch» verlaufen. Das Distributoren-Geschäft wurde den Angaben zufolge durch die schwierige Lage der Importeure beeinträchtigt. Und der Bereich Duty Free habe sich aufgrund von stark gesunkenen Flug-Passagierzahlen rückläufig entwickelt.


EBIT im unteren Ziel-Bereich
Zum Ergebnis 2009 heisst es: Der erwartete operative Gewinn (EBIT) per Ende 2009 werde sich am unteren Ende der im letzten Frühjahr kommunizierten Bandbreite von 260 – 280 Mio CHF befinden. Damit wurden vor einigen Wochen gemachte Aussagen bestätigt.


Wenig konkreter Ausblick
Der Ausblick für das laufende Jahr ist dagegen nicht sehr konkret. Vorerst gehe man von einer Fortsetzung der bis anhin herausfordernden Situation auf den Rohstoffmärkten, insbesondere für Kakaonotierungen, sowie von anhaltenden Währungsschwankungen und einer weiterhin verhaltenen Konsumentenstimmung aus, heisst es. In diesem «überaus sensiblen Umfeld» würden die Preise dieses Jahr «voraussichtlich nur punktuell angepasst», da der Fokus nach wie vor auf dem Ausbau der Marktposition und damit auf dem Gewinn von Marktanteilen liege.


Allmähliche Verbesserung in 2. Jahreshälfte erwartet
In der zweiten Jahreshälfte 2010 erwartet Lindt&Sprüngli in den meisten Ländern dann eine «allmähliche Verbesserung» der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Konsumentenstimmung. Des Weiteren geht die Unternehmensgruppe davon aus, dass im Verlauf des Jahres auch mit einem optimistischeren Verhalten beim Handel zu rechnen ist. Dies werde vor allem Premium-Produkten entsprechende Impulse verleihen, heisst es.


Erstes Lindt Chocolat Café in Asien
Ausserdem liess der Konzern verlauten, dass Anfang 2010 das erste Lindt Chocolat Café im asiatischen Raum in Tokyo eröffnet werden soll.


Die Publikation des vollständigen Jahresabschlusses 2009 erfolgt am 16. März 2010. (awp/mc/pg/08)

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