Madame Chocquet von Renoir zu Besuch in der Sammlung Bührle Zürich

von Tanja Hess

Pierre-Auguste Renoirs Arbeiten bestechen immer wieder mit einer sinnlichen Heiterkeit. Einerseits sind es die hellen Lichtflecken, die sein Werk durchziehen und damit zu seinem Erkennungszeichen werden. Andererseits sind es die lebensnahen Bildthemen, die den Betrachter immer wieder in den Bann ziehen.


Ein Glanzlicht zu Besuch
Als ganz besonderer Anlass feiert die Sammlung Bührle den Besuch der Madame Choquet, welche wie ein neues Glanzlicht ihren Schein auf die Impressionistensammlung des Hauses wirft. sie kommt aus der Staatsgalerie Stuttgart.


Portrait Madame Chocquet, Auguste-Pierre Renoir, 1875.


Die weissen Reflexe ihres Kleides blitzen dem Betrachter in die Augen, ziehen ihn an und drängen den Blick gleichzeitig auch wieder zurück. So ist der Bildaufbau auf eine möglichst grosse Präsenz angelegt. Die Frontalität der Madame ist ebenso klar in der Aufforderung zum Hinschauen, so wie auch ihr Blick klar ist. Einzig der gewohnt weiche und einfühlsame Pinselstrich nimmt die Frontalität etwas zurück bringt die Weichheit in die Erscheinung der Frau. Das Interieur ist mit einer ebenso malerischen Hingabe wiedergegeben, wie es Zeuge der Zeit ist. Hinter Madame Choquet sieht man eine Skizze des 1863 verstorbenen Delacroix zu den Fresken im Palais Bourbon.

Die feine Geste der Zurückhaltung könnte auch eine Aufforderung sein
Auffallend ist die klare Linienführung des Pinsels bei derHalskette und bei den Ringen. Damit erlangen die Dinge eine erhöhte Präsenz und kontrastieren zur weichen Auflösung des Lichts in den reflektierenden Stoffen. Die weisse Seide erscheint in allen Farben des Lichts; Blau löst sich mit Rosa ab, um sich im Weiss zu verlieren.
Und ebenso klar sind die beiden Augen der Madame Choquet gemalt, schwarze tiefe Pupillen blicken in einer anwesenden Weichheit auf den Betrachter, welcher in Wirklichkeit der Maler war. Nur ganz leicht neigt sich die Achse der Augen aus der Horizontalen, mischt somit ein Stücklein Weichheit in die sonst so klare Sruktur.

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