Magna soll für Chrysler keine Autos mehr bauen

Fiat hat selbst einst mit Magna um Opel gerungen und will sich als starker Konkurrent zu General Motors und Opel etablieren.


Auch VW will möglicherweise Magna Aufträge erziehen
Marchionne will künftig Chrysler-Modelle, die zuvor bei Magna gebaut wurden, in einer neu erworbenen Fabrik in Italien produzieren lassen, die ausgebaut werden soll. Das berichtete die Online-Ausgabe des «Wall Street Journal» am Mittwoch. Das wäre ein weiterer Schlag für den Autozulieferer Magna, der zusammen mit russischen Partnern Opel übernehmen will. Auch VW überlegt, Aufträge von Magna abzuziehen. Magna wollte am Mittwoch die Informationen nicht kommentieren. Von Fiat gab es keine Stellungnahme.


Nach Informationen aus Branchenkreisen hatte Magna für Chrysler im vergangenen Halbjahr in Österreich noch gut 1.000 Autos der Modelle 300C und Jeep Grand Cherokee gebaut.


Fiat will Kontrolle über Chrysler-Fertigung erhalten
Der Abzug der Autoproduktion ist laut «WSJ»-Online vornehmlich die Fortsetzung der Fiat-Strategie, die Kontrolle über Chryslers Fertigung zu erlangen. Bereits zuvor hätte der Fiat-Chef nach dem Einstieg bei Chrysler dafür gesorgt, dass der US-Autohersteller einige Partnerschaften wie jene mit den japanischen Autobauern Nissan und Mitsubishi beendete. Obwohl der italienische Konzern zunächst nur mit 20 Prozent bei Chrysler an Bord ist, verfügt Fiat über Rechte, die dem Autobauer die Kontrolle über das US-Unternehmen verleihen.


Laut Branchenkennern ist aber auch die Schwächung des Opel/Magna-Verbundes nicht von der Hand zu weisen. Auch andere Autokonzerne sehen dieses Geschäft kritisch und haben, wie beispielsweise Volkswagen, dem österreichisch-kanadischen Zulieferer bereits mit einem Auftragsstorno gedroht.


Investitionen von 150 Mio. Euro in italienisches Werk
Fiat plane, in das neu erworbene italienische Werk in den kommenden drei Jahren 150 Millionen Euro zu investieren, heisst es in der «WSJ»-Onlineausgabe weiter. Das Werk, das ehemals dem früheren Karosseriebauer Bertone gehörte, verfügt über eine Produktionskapazität von jährlich 70 000 Fahrzeugen.


Schlusslicht Chrysler
Chrysler verbucht im europäischen Markt derzeit besonders starke Absatzeinbussen. In den ersten acht Monaten dieses Jahres verkaufte der Autobauer in Europa lediglich knapp 38.000 Fahrzeuge. Dies ist ein Minus von knapp 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, womit Chrysler Schlusslicht aller Hersteller ist, die in Europa unter dem Einbruch durch die Autokrise leiden. ( awp/mc/pg/23)

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