M&G Investments: Spielraum für weitere Zinssenkungen der EZB

Von Stefan Isaacs

Jean-Claude Trichet gab zu, dass die EZB-Projektionen einer Erholung im Jahr 2009 viel zu optimistisch gewesen waren und die EZB jetzt nur eine langsame Erholung prognostiziere ? tatsächlich erwartet man ein negatives BIP-Wachstum zwischen – 3,2% und -2,2% im 2009 und ein Nullwachstum im kommenden Jahr. Auch geht die EZB davon aus, dass die Inflation 2009 und 2010 deutlich unter 2% bleibt. Das lässt Spielraum für weitere Zinssenkungen. All diese Aussagen stehen in starkem Kontrast zu den Statements der EZB vor einem Monat.


EZB unter Zugzwang, wenn die Konjunktur weiter einbricht
Wir haben seit längerem darauf hingewiesen, dass die Inflations-Befürchtungen der EZB unangebracht sind. Die EZB hat sich mit ihrer straffen Geldpolitik in eine unangenehme Lage gebracht, und im Juli 2008 die Zinsen sogar noch erhöht. Sie hat einen Menge Arbeit vor sich, denn das Konsumenten- und Geschäftsvertrauen bleiben schwach, die Arbeitslosigkeit steigt, und dazu kommen ein relativ starker Euro und begründete Sorgen um einige osteuropäische Länder. Deshalb kam es wenig überraschend, als Jean-Claude Trichet während seiner Fragestunde unter Druck stand, «quantitative Erleichterungen» zu diskutieren. Er behauptete zwar, dass die EZB bereits neuartige Massnahmen durchführt und der EZB-Rat «weitere neuartige Massnahmen untersucht». Trotzdem ist nicht von breit angelegten Ankäufen von Staatsanleihen in der Eurozone auszugehen. Die EZB hat in dieser Hinsicht weniger Bewegungsfreiheit als die Bank of England oder die Fed. Die EZB könnte sich aber unter Zugzwang sehen, wenn die Konjunktur weiter einbricht.




Stefan Isaacs, Fondsmanager des M&G European Corporate Bond Fund und des M&G European High Yield Bond Fund

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