Mobile Banking wird Mikrofinanzierung transformieren

Anfängliche Erfahrungen mit einem Banksystem ohne Filialen deuten den Angaben zufolge darauf hin, dass kompatible Zahlungsplattformen, praktikable und risikobasierte Vorschriften und ein gemeinsam genutztes Netz von Vertretern zur Abwicklung von Bargeldtransaktionen entwickelt werden müssen. «Die Marktbedingungen drücken die Preise nach unten. Wir sehen auf den Philippinen, dass eine Transaktion über ein Mobiltelefon oder einen Geldautomaten nur ein Fünftel eines traditionellen Besuchs bei einer Filiale kostet», erklärt Gautam Ivatury, Manager des Technologieprogramms von CGAP und Mitautor des Berichts. «Andererseits schätzen wir, dass weniger als einer von zehn Mobiltelefon-Bankkunden zu der ärmeren Bevölkerungsschicht gehört, neu im Bankwesen ist oder andere Transaktionen als Zahlungen oder Überweisungen durchführt.»


Der Bericht legt dar, dass Zahlungen und Überweisungen aus vielen Gründen das mobile Finanzdienstleistungsangebot dominieren. Insbesondere die Anbieter von mobilen Dienstleistungen bieten bevorzugt Zahlungsdienstleistungen an, da diese eher den traditionellen Umsatzmodellen entsprechen. Bei diesen Dienstleistungen ist es ausserdem weniger wahrscheinlich, dass die Betreiber gegen irgendwelche Vorschriften des Bankwesens verstossen könnten.


Diskrepanz wischen der Realität und dem Potenzial
«Wenn es darum geht, ärmere Bevölkerungsschichten anzusprechen, die sich ausserhalb des formellen Finanzsektors befinden, besteht zumindest derzeit eine deutliche Diskrepanz zwischen der Realität des Mobiltelefonbankwesens und seinem Potential, und noch mehr zu dem Medienrummel, der darum betrieben wird», sagte Ignacio Mas, CGAP-Berater und Mitautor des Reports. «Wir sehen deutliche Chancen für Serviceanbieter, die jetzt schnell handeln und neue Produkte kreieren, insbesondere wenn sie dazu noch ein gemeinsam genutztes Netz von Vertretern zur Abwicklung von Bargeldtransaktionen etablieren können, mit dem sie die «Extrameile» im Serviceangebot gehen können».


Politik gefordert
Der Bericht legt weiter dar, dass es in Fällen, in denen die Marktbedingungen kein breiteres Spektrum an Bankdienstleistungen wie Kredite und Sparpläne begünstigen, unter Umständen notwendig ist, dass politische Entscheidungsträger und Befürworter von leichterem Zugang zu Finanzdienstleistungen eingreifen. (ots/mc/pg)






CGAP (The Consultative Group to Assist the Poor) ist die weltweit führende Organisation zur Förderung von Mikrofinanzierung. CGAP bietet der Finanzindustrie, Regierungen und Investoren objektive Informationen, Expertenmeinungen und innovative Lösungsansätze, um den Armen der Welt besseren Zugang zu Finanzdienstleistungen zu bieten.

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