Neuer HUGO-BOSS-Chef will Wachstum vorantreiben – Kein Kurswechsel

«Die Strategie stimmt. HUGO BOSS steht sehr gut da.» Wichtige Wachstumsmärkte seien Asien und Amerika. Er werde den Vorstandsvorsitz des Modekonzerns spätestens im August übernehmen, kündigte Lahrs an.


Bekenntnis zu seinem Haus
Der Aufsichtsrat hatte den gebürtigen Bielefelder am Donnerstagabend für fünf Jahre bestellt. «Ich könnte mir vorstellen bei HUGO BOSS bis zum Rentenalter zu bleiben», sagte Lahrs. Er werde sich auch an dem Unternehmen beteiligen. Ein besseres Bekenntnis eines Managers zu seinem Haus gebe es nicht. Derzeit ist Lahrs noch Geschäftsführer von Christian Dior Couture und steht damit als erster deutscher Manager an der Spitze eines französischen Modehauses. In den nächsten Wochen will er von Paris in die Region Metzingen umziehen.


Nachfolge von Bruno Sälzer
Dort tritt der Diplom-Kaufmann die Nachfolge von Bruno Sälzer an. Sälzer hatte BOSS nach Differenzen mit dem neuen Eigentümer, dem Finanzinvestor Permira, im Februar verlassen. Seit rund drei Monaten steht der Modekonzern ohne Chef da. Seit Permira im vergangenen Jahr erst die BOSS-Mutter Valention-Fashion Group und dann BOSS selbst übernommen hatte, war bei den Metzingern Unruhe eingekehrt. Das Fass zum Überlaufen gebracht hatte schliesslich die von dem Investor durchgedrückte grosszügige Ausschüttungspolitik – insgesamt werden für das vergangene Jahr 450 Millionen Euro ausbezahlt.


Erfüllung eines Lebenstraums
Lahrs erklärte, für ihn bedeute die Ernennung zum Chef von HUGO BOSS «die Erfüllung eines Lebenstraums». Der Mode-Manager hat internationale Erfahrung in der Branche. Seit mehr als 15 Jahren vermarktet er weltweit Luxusartikel. So war er fünf Jahre für den Richmond-Konzern tätig und dort für Marketing und Vertrieb der Marke Cartier in Nordeuropa verantwortlich. Später leitete er in Deutschland Louis Vuitton, später auch in den USA und Kanada. Vor fünf Jahren habe er bereits mit BOSS über eine Job im Vertrieb und Marketing verhandelt, sei dann aber als Geschäftsführer zu Dior gegangen, sagte Lahrs.


Gesundes Unternehmen
Trotz der Turbulenzen in den vergangenen Monaten wird Lahrs im August ein gesundes Unternehmen vorfinden. 2007 legte der Konzern ein Rekordjahr mit 1,6 Milliarden Umsatz und 220 Millionen Euro Gewinn hin. Neben der internationalen Expansion setzt BOSS verstärkt auf eigene Läden – allein 60 neue sollen noch in diesem Jahr eröffnet werden – und die Gewinnbringer Schuhe, Accessoires und Damenmode. (awp/mc/gh)

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