Novartis: Gute Studiendaten für Zometa und Afinitor

Dies teilte der Pharmakonzern am Samstag mit. Afinitor habe sich in einer Phase-II-Studie zur Therapie von Patienten mit einem Gehirntumor SEGA (subependymal giant cell astrocytomas) bei an Tuberkulose erkrankten Kindern und Erwachsenen als wirksam erwiesen, teilte Novartis ebenfalls am Samstag mit.


Allgemeine Überlebensrate um 16 Prozent erhöht
Zometa hat gemäss Mitteilung bei Patienten mit neu diagnostizierten multiplen Melanomen als Beigabe anstelle von Clodronat bei einer Chemotherapie die allgemeine Überlebensrate der Patienten um 16% und die progressionsfreie Überlebenszeit um 12% erhöht. Die Überlebenszeit sei um 5,5 Monate verlängert worden. Zudem habe Zometa im Vergleich zu Clodronate das Risiko schwerwiegender Komplikationen am Skelett um 24% gesenkt. An der Studie nahmen knapp 2’000 Probanden teil. Erstmals sei in einer grossen unabhängigen Phase-III-Studie nachgewiesen worden, dass Zometa das Überleben von Patienten mit multiplem Myelom deutlich verbessere, wird Evangelos Terpos vom Krebszentrum der Universität Athen in der Mitteilung zitiert.


Zometa in über 100 Ländern zugelassen
Die Ergebnisse einer 5-jährigen Follow-up-Studie bei Brustkrebspatientinnen haben ferner gezeigt, dass die Zugabe von Zometa zu einer postoperativen Hormontherapie die krankheitsfreie Überlebenszeit um 32% steigert. Damit hätten sich die bereits 2008 an der Asco präsentierten Daten erhärtet, schreibt Novartis weiter. Zometa ist in mehr als 100 Ländern für die Bekämpfung von multiplen Myelomen sowie einer Reihe metastierender Krebsarten wie Brust-, Lungen- oder Prostatakrebs zugelassen. Im ersten Quartal 2010 setzte Novartis mit Zometa 375 Mio USD um.


Einzige Alternative zu Operation
Für Afinitor habe die Phase-II-Studie bei 75% der SEGA-Patienten innerhalb eines Zeitraumes von sechs Monaten eine Verkleinerung der Tumore gezeigt, so die Mitteilung. Dabei seien die Tumore um 30% oder mehr geschrumpft. Kein Patient hätte neue Tumore entwickelt, und es sei bei keinem Patienten eine Operation erforderlich geworden. Afinitor sei die einzige Behandlungsmöglichkeit für Patienten deren SEGA-Tumor wachse, ausser einer Operation, heisst es weiter. Auf der Basis der Studienergebnisse mit 28 Probanden werde bei der US-Gesundheitsbehörde FDA ein Gesuch um die Aufnahme von Phase-III-Studien eingereicht und mit der Rekrutierung von Patienten begonnen, heisst es weiter.


Weltweit bis zu zwei Millionen Tuberkulose-Patienten
SEGA-Tumore sind gemäss Mitteilung gutartige Tumore, die in Zusammenhang mit einer Tuberkulose-Erkrankung stehen und vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen auftreten. Sie könnten ein starkes Anschwellen des Gehirns verursachen. An Tuberkulose seien weltweit ein bis zwei Millionen Patienten erkrankt, in den USA seien es 25’000 bis 40’000. SEGA-Tumore würden bei ca. 5-20% der Tuberkulose-Erkrankten auftreten. Afinitor ist in den USA als Therapie-Form für seltene Krankheiten anerkannt («orphan drug»-Status). Afinitor ist bereits zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Nierenkrebs zugelassen, deren Erkrankung trotz vorgängiger oder laufender Behandlung mit einer vaskulären, endothelialen Wachstumsfaktor-Therapie (VEGF) weiter fortschreite. 


Sprycel von Bristol-Myers Squibb scheint Gleevec bei Leukämie überlegen
Das Krebsmittel des US-Pharmakonzerns Bristol-Myers Squibb (BMS) Sprycel scheint zur Behandlung von Leukämie dem Konkurrenzmittel Gleevec von Novartis überlegen zu sein. Dies teilte BMS am Samstag auf der Krebsforschertagung American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago mit. Sprycel ist bereits zur Behandlung der Leukämieform (CML) bei Patienten zugelassen, deren Krebserkrankung sich trotz der Behandlung mit Gleevec weiter verschlimmert oder die Gleevec nicht vertragen.


519 Patienten untersucht
BMS hofft nun, dass die Zulassungsbehörden Sprycel als Erstbehandlung von chronischer myeloischer Leukämie zulassen, was den Umsatz mit dem Mittel weiter erhöhen würde. Im ersten Quartal wies BMS mit dem Medikament einen Umsatz in Höhe von 131 Millionen US-Dollar aus. Dr. Hagop Kantarjian von der University of Texas Anderson Cancer Center in Houston hatte 519 Patienten untersucht, die Sprycel ein Jahr einnahmen. Bei vielen seien die Krebszellen komplett verschwunden, so die Präsentation – 77% verglichen mit 66% unter der Einnahme von Gleevec für den Zeitraum von ebenfalls einem Jahr. (awp/mc/ps/03)

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