OECD korrigiert CH-Prognosen nach unten

Erst gegen Ende nächsten Jahres werde das Schweizer Bruttoinlandprodukt (BIP) wieder wachsen, wie die OECD am Mittwoch in ihrem halbjährlichen Wirtschaftsausblick bekannt gab. Im Gesamtjahr 2010 werde das BIP aber nochmals um 0,2% zurückgehen. Bislang hatte die OECD mit einem Wachstum von 1,6% gerechnet. Zum Aufschwung hierzulande dürfte die bis dann bessere Verfassung der Weltwirtschaft führen, vor allen in den Schwellenländern Asiens, die rund 10% der Schweizer Exporte ausmachten, hiess es weiter. Aber auch die Lage an den Kapitalmärkten dürfte sich aufhellen.


Markanter Exporteinbruch
Im laufenden Jahr werden die Exporte von Gütern und Dienstleistungen nach Ansicht der OECD um 14,6% einbrechen. Im nächsten Jahr dürfte das Minus bei den Ausfuhren mit 1,1% deutlich geringer ausfallen. Einen ähnlichen Verlauf sieht die OECD bei den Einfuhren. Diese werden heuer um 8,4% absacken, während für 2010 noch ein Rückgang von 1,4% erwartet wird. Allerdings werde die Arbeitslosigkeit massiv steigen. Die Quote dürfte im laufenden Jahr 4,5% erreichen. Im nächsten Jahr werde die Arbeitslosigkeit gar auf über 5% zunehmen (5,1%). Die Arbeitslosigkeit könnte sich als hartnäckiger herausstellen als früher, wenn die Zuwanderung und die Grenzgänger ein weniger pro-zyklisches Verhalten an den Tag legten als bei früheren Rezessionen, hiess es weiter.


Créa-Konjunkturbarometer zeigt weitere Verschlechterung an
Auch das Konjunkturbarometer des Westschweizer Wirtschaftsforschungsinstituts Créa ist gesunken, und zwar von 97,2 Punkten im laufenden Quartal auf 94,8 Punkte für die kommenden drei Monate. Der Konjunkturrückgang manifestiere sich insbesondere in der Industrie, teilte das Institut der Universität Lausanne mit. Die Investitionen nähmen ab, was den Arbeitsmarkt immer mehr belaste und damit auch den Privatkonsum dämpfen werde.

Die Romandie könne sich der Weltwirtschaftskrise nicht entziehen. Der entsprechende Teilindex sank für das dritte Quartal um 2 Punkte auf 96,2 Zähler. Der Rückgang sei am stärksten in den Kantonen Neuenburg und Waadt. ( awp/mc/pg/18)

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