OECD sieht Morgenröte für Schweizer Wirtschaft

Das Bruttoinlandprodukt (BIP) erhöhe sich vorerst jedoch nur schwach, als Folge des schleppenden Gangs der Weltwirtschaft. Ab 2011 dürfte die Wachstumskurve steigen, vor allem dank mehr Exporten in die Euro-Zone und nach Asien. Die letzte Prognose vom Frühsommer hob die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) deutlich an: Statt eines Rückgangs um 0,2% erwartet sie für das kommende Jahr ein Wachstum von 0,9%. 2011 steige das BIP um 1,9%. Und im laufenden Jahr werde die Wirtschaftsleistung statt um 2,7 nur um 1,9% schrumpfen.


Keine Entwarnung für den Arbeitsmarkt
Für den Arbeitsmarkt geben die Ökonomen keine Entwarnung: Sowohl im 2010 als auch im 2011 werde die Arbeitslosenquote rund 5% erreichen. Die Inflation schätzen sie in diesem Jahr auf -0,6%, im kommenden Jahr werde die Teuerung 0,6% und im 2011 0,4% betragen. Auch für die Weltkonjunktur ist die OECD wieder ein Stück optimistischer: Sie hob ihre Prognose für das globale Wachstum im kommenden Jahr von 2,3 auf 3,4% an. Auch im laufenden Jahr fällt der Rückgang der Weltwirtschaft demnach mit 1,7% nicht ganz so stark aus wie zuvor angenommen (-2,2%).


Wirtschaftsmotor China
Namentlich der Aufschwung in China und anderen asiatischen Ländern habe den Welthandel belebt, heisst es in den Unterlagen vom Donnerstag. In der Wirtschaft der USA und der Euro-Zone zeigten die staatlichen Konjunkturstützen, die Lagerbildung der Unternehmen und die stabileren Immobilienmärkte Wirkung. Für 2011 sagt die OECD der globalen Wirtschaft einen Zuwachs von 2,8% voraus, was aber immer noch unter dem Durchschnitt der Jahre 1997-2006 von +3,2% läge. Die USA werden nach OECD-Einschätzung in allen Jahren wirtschaftlich stärker wachsen als die Euro-Zone: Das Minus fällt 2009 in den USA mit 2,5% deutlich niedriger aus, das Plus 2010 mit 2,5% und 2011 mit 2,8% deutlich höher. Die Wirtschaft der 16 Staaten mit der Euro-Währung werde heuer um 4,0% schrumpfen und 2010 um nur 0,9% zulegen. 2011 sollte es ein Wachstum von 1,7% geben.


Ausstiegs-Szenarien für die Zeit nach der Krise
Die OECD mit Hauptsitz in Paris, der weltweit 30 Länder inklusive der Schweiz angehören, rief die Regierungen auf, rechtzeitig Ausstiegs-Szenarien für die Zeit nach der Krise zu entwerfen. «Von 2011 an sollten alle OECD-Staaten in der Lage sein, mit dem Abbau der Steuerhilfen zu beginnen.» Die nahe Null liegenden Notenbankzinsen seien bis ins zweite Halbjahr 2010 hinein angemessen. Danach müsse die Normalisierung beginnen. Die OECD warnt vor «business as usual». Die Banken könnten erneut in Schwierigkeiten geraten und die Konsumenten wegen der steigenden Arbeitslosigkeit weniger Geld ausgeben. (awp/mc/ps/17)

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