Ölpreise erneut mit Rekordständen – Furcht vor Angebotsengpässen

Zuletzt kostete ein Barrel im Mittagshandel 123,03 Dollar. Das sind 50 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Seit Wochenbeginn ist der Ölpreis bisher um rund sieben Dollar gestiegen und hat jeden Tag einen neuen Rekordstand erreicht. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent kletterte in der Spitze bis auf einen Rekord von 122,79 Dollar. Zuletzt fiel der Brent-Preis bis auf 122,03 Dollar. Das sind 28 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag.


Grosse Angst vor Angebotsverknappung
«Momentan gibt es einen richtigen Run auf Rohöl», begründet Thorsten Proettel, Rohstoffexperte bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) den anhaltenden Preisschub. «Die Angst vor einer Angebotsverknappung ist sehr gross. Die immer höher steigenden Preise schüren diese Angst weiter.» Ausgelöst worden sei diese Angst durch die immer neuen Anschläge auf Ölförderanlagen in Nigeria. Zuletzt wurde die Förderung im grössten Ölförderland Afrikas durch immer neue Anschläge beeinträchtigt. Ein Ende dieser Anschlagsserie ist laut Proettel nicht in Sicht.


Konsolidierungsphase nicht auszuschliessen
Einige Beobachter erwarten jedoch eine baldige Konsolidierungsphase. «Derzeit schauen die Märkte nur auf Meldungen, die günstig für den Ölpreis sind», sagte Victor Shum, Rohölanalyst bei Purvin and Gertz. Das derzeitige Preisniveau berge daher ein grosses Risiko für eine Korrektur.


OPEC-Rohöl auf neuem Rekordstand
Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ist erneut auf einen Rekordstand gestiegen. Nach Angaben des OPEC-Sekretariat vom Donnerstag kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl aus den Fördergebieten des Kartells am Mittwoch 116,03 US-Dollar. Im Vergleich zum Dienstag verteuerte sich ein Barrel um 1,28 Dollar, nachdem es am Vortag bereits um 3,15 Dollar gestiegen war. Die OPEC berechnet den Korbpreis auf der Basis von 13 Sorten der Organisation. (awp/mc/pg)

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