Ölpreise leicht gesunken – Angebotsrisiken nehmen zu

Ein Fass der Nordseesorte Brent zur Januar-Lieferung kostete mit 55,63 Dollar 61 Cent weniger als am Vortag. Am Donnerstag hatten die Ölpreise in der Spitze um fast fünf Dollar zugelegt, nachdem sie kurz zuvor auf Drei-Jahres-Tiefststände gefallen waren.


Nun ein Unterschiessen des Marktes
Die kräftige Erholung der Ölpreise am Donnerstag erklärt die Commerzbank in erster Linie mit den sehr festen Aktienmärkten. Zugleich verweisen die Experten darauf, dass der starke Preisrückgang am Ölmarkt seit diesem Sommer stark von Spekulationen getrieben sein dürfte. «Nach einer Übertreibung nach oben gibt es nun ein Unterschiessen des Marktes.» Mit Angebots- und Nachfrageveränderungen allein sei der massive Preisrückgang seit dem Sommer um rund 90 Dollar oder 60 Prozent jedenfalls nicht zu erklären.


Angebotsrisiken am Ölmarkt zusehends stärker
Dies gelte umso mehr, als Angebotsrisiken am Ölmarkt zusehends stärker würden, heisst es bei der Commerzbank. So gehe die Internationale Energieagentur IEA trotz Abwärtsrevisionen immer noch von einer steigenden Ölnachfrage in diesem und kommenden Jahr aus. «Im Gegensatz dazu fällt das Angebot.» So dürfte die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ihre Fördermenge in den nächsten Wochen abermals senken. Zudem seien die Ölexporte in wichtigen Förderländern wie Russland rückläufig.


OPEC-Rohöl auf tiefstem Stand seit dreieinhalb Jahren
Der Preis für OPEC-Rohöl ist unterdessen auf den tiefsten Stand seit dreieinhalb Jahren gesunken. Ein Barrel aus den Fördergebieten des Kartells habe am Donnerstag 47,73 Dollar gekostet, teilte das OPEC-Sekretariat in Wien mit. Das waren 2,21 Dollar weniger als am Mittwoch. Günstiger war ein Barrel mit 47,60 Dollar zuletzt Ende Mai 2005. Die OPEC berechnet ihren täglichen Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten der Mitgliedsländer. (awp/mc/gh/25)

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