Opel: 1,5 Mrd. Euro Staatshilfen und 3900 Jobs weg

Das lehnen Betriebsräte und Gewerkschaften derzeit ab, weil sie das Aus des belgischen Standorts Antwerpen nicht mittragen wollen und die US-Mutter General Motors (GM) ihnen bisher keine Sicherheiten für ihre Beiträge angeboten habe. Insgesamt will GM in den europäischen Ländern mit Opel-Standorten rund 2,7 Milliarden Euro einsammeln. Wie der deutsche Beitrag zwischen Bund und Ländern aufgeteilt wird, sei Sache der Politik, sagte Opel-Chef Nick Reilly bei der Präsentation seines Sanierungsplans für das Unternehmen.


80 % des Produktportfolios soll erneuert werden
Insgesamt wolle der Autobauer bis 2014 rund 11 Milliarden Euro investieren, um unter anderem 80 Prozent des Produktportfolios zu erneuern. Das Unternehmen will 8300 der 48.000 Arbeitsplätze in Europa streichen und die Kapazität um 20 Prozent kürzen.


Bochum als Standort für Zafira-Produktion
In Bochum soll künftig exklusiv der neue Zafira gebaut werden, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. In der Produktion in Rüsselsheim, wo alle Insignia-Varianten gebaut werden, fallen 862 Stellen weg. Im thüringischen Eisenach entfallen 300 Stellen, im Motorenwerk Kaiserslautern sollen ebenfalls 300 Stellen gestrichen werden. Zudem werden rund 650 Stellen in der Verwaltung in Deutschland gestrichen, wovon vor allem Rüsselsheim betroffen sein dürfte.


Koch beklagt zu tiefen GM-Eigenanteil
Der Plan ist allerdings noch nicht mit der Arbeitnehmerseite abgestimmt. Nach Ansicht des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) reicht der von GM geplante Eigenanteil bei der Opel- Sanierung nicht aus. «Nach unserer ersten Einschätzung wird es geboten sein, dass GM als Eigentümer seine Beteiligung an der Sanierung und Neuaufstellung deutlich erhöht», sagte Koch laut Mitteilung. NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) sicherte zu, das Land werde den Bürgschaftsantrag der Adam Opel GmbH «sehr konstruktiv, sehr sorgfältig aber auch so schnell wie möglich prüfen».


EU knüpft Opel-Hilfe an strenge Bedingungen
Die EU-Kommission knüpft Staatshilfen für Opel an strenge Bedingungen. «Die Sanierung des Unternehmens muss auf ökonomischen Überlegungen beruhen», sagte der Sprecher der scheidenden EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Dienstag. «Vor allem darf die geografische Verteilung der Hilfen nicht nach politischem Kalkül bestimmt werden.» Die EU-Kommission werde einen Subventionswettlauf der Länder mit Opel-Standorten verhindern. Staatshilfe ist nach Ansicht der Brüsseler Wettbewerbshüter nur dann vertretbar, wenn Opel damit in seine Zukunft investiert und mit dem Geld beispielsweise neue Modelle entwickelt. Die Opel-Mutter General Motors (GM) müsse zudem nachweisen, dass die Standorte mittelfristig ohne staatliche Hilfe überleben können.  (awp/mc/pg/17)

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