OZ Bankers: Interne Untersuchung bestätigt Vorwürfe gegen Ex-Chef Rüegg

«Einzelne wirtschaftlich begründete Kommissionszahlungen» in den Jahren 1999 bis 2006 seien «nicht im Sinne der Good Corporate Practice abgewickelt worden», teilte die Gesellschaft am Montag mit. Das ergab die Untersuchung, die von der Wirtschaftsprüfungsfirma KPMG Fides Peat durchgeführt worden war.


Keine konkreten Angaben
Konkretere Angaben zu den Vorwürfen machte die Gesellschaft in ihrem Communiqué nicht. Der Verwaltungsrat der OZ Bankers habe das Ergebnis der Untersuchung zur Kenntnis genommen und «umgehend entsprechende Verbesserungsmassnahmen» eingeleitet, hiess es bloss.


Zahlung an Pensionskassen-Verwalter nicht bestätigt
Allerdings förderte die Untersuchung keine Hinweise zutage, die auf Zahlungen an Pensionskassen-Verwalter schliessen lassen, wie es weiter hiess. Nach dem Rücktritt Rüeggs war ein Zusammenhang mit dem Verfahren gegen einen ehemaligen Siemens-Pensionskassenmanager vermutet worden.


Siemens-Manager entlassen
Der Siemens-Manager war unter dem Vorwurf der Entgegennahme von Schmiergeldern («Kickbacks») rund einen Monat in Untersuchungshaft. Der Mann wurde daraufhin von Siemens entlassen. Die Pensionskasse von Siemens war jahrelang mit bis zu 20% des Aktienkapitals an der OZ beteiligt. Erst per Ende 2005 reduzierte die Kasse ihr Engagement auf unter 5%.


Finanzielle Lage wird nicht tangiert
Nach dem Rücktritt Rüeggs als OZ-Chef leitete auch die Zürcher Staatsanwaltschaft Ermittlungen ein. Die Gesellschaft selber erklärte, dass ihre finanzielle Lage wegen der Vorkommnisse um Rüegg nicht tangiert sei. Der Geschäftsgang von OZ Bankers entwickle sich erwartungsgemäss.


Tochtergesellschaft der OZ Holding
OZ Bankers ist zu 100% eine Tochtergesellschaft der OZ Holding. Diese entstand aus der BZ-Bank des Financiers Martin Ebner. 1997 gab die BZ ihre Mehrheit an der OZ ab, ein Jahr später stieg sie ganz aus. (awp/mc/ab)

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