Pensionskassen 2007: Krise an den Finanzmärkten drückt auf den Deckungsgrad

Parallel dazu sank auch der Deckungsgrad der Vorsorgeeinrichtungen der 2. Säule. Bei den privat-rechtlichen Kassen betrug er Ende 2007 durchschnittlich 112,6%, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Studie des von den Kantonalbanken getragenen Fondsanbieters und Vermögensverwalters Swisscanto zeigt. Ein Jahr zuvor lag der Deckungsgrad noch bei 113,4%.


Deckungsgrad inzwischen noch weiter gesunken
Da die Kursverluste als Folge der Subprime-Krise in den USA die Pensionskasse aber erst Anfang dieses Jahres trafen, gehen die Verfasser der Studie davon aus, das der durchschnittliche Deckungsgrad inzwischen noch weiter gesunken ist. Er dürfte derzeit bei rund 109% liegen.


Öffentlich-rechtliche Kassen: Deckungsgrad unter 95 %
Ihren zukünftigen Verpflichtungen schon gar nicht mehr nachkommen könnten die öffentlich-rechtlichen Kassen: Ihr durchschnittlicher Deckungsgrad sank im Laufe des vergangenen Jahres von knapp 100,5 auf 98,8%. Nach den Börsenentwicklungen von Anfang dieses Jahres darf davon ausgegangen werden, dass der Wert inzwischen sogar unter 95% liegt.


Durchschnittsrendite über die letzten acht Jahre ungenügend
Um den Deckungsgrad nur schon stabil zu halten, müssten die Pensionskassen Renditen erzielen, die deutlich über dem gesetzlichen Minimum liegen. Gemäss Swisscanto-Studien gehen die Vorsorgeeinrichtungen aufgrund zusätzlicher reglementarischer Leistungen und demographischen Veränderungen von einer Sollrendite zwischen 3,8 und 5% aus. Dieser Wert wird von den Schweizer Pensionskassen zwar bisweilen übertroffen – 2006 etwa lag die Rendite bei über 6,3%. Die über die letzten acht Jahre errechnete Durchschnittrendite von knapp 3% hingegen ist ungenügend. Die Studie geht daher davon aus, dass vermehrt Sanierungen von Kassen notwendigen werden, da diese derzeit gezwungen seien, ihren Neurentnern zu hohe Leistungen zu entrichten.


Konstante Anlagestrategie
Die seit acht Jahren durchgeführte Umfrage, an der heuer rund 250 Kassen teilnahmen, welche über 60% des Schweizer Pensionskassenvermögens repräsentieren, gibt auch Aufschluss über die längerfristige Anlagestrategie der Vorsorgeeinrichtungen. Diese sei bemerkenswert konstant, wie Peter Bänziger, Leiter Vermögensanlage bei der Swisscanto-Gruppe, ausführte. So habe sich die Art, wie das Vermögen angelegt werde, 2007 gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Selbst in den turbulenten Jahren 2001 bis 2003 hätten sich bei den Vermögensanlagen nur geringe Schwankungen gezeigt. Konstanz in der Anlagestrategie hätten die Kasse aber auch danach bewiesen, als die Börsen grosse Gewinne versprachen, führte Bänziger aus.


Zunahme der Anlage in alternative Finanzinstrumente
Kleinere Veränderungen waren im letzten Jahr aber dennoch zu verzeichnen. So sank sowohl bei den Anlagen der privat-rechtlichen wie auch bei jenen der öffentlich-rechtlichen Kassen der Aktien- und Obligationenanteil im Portfolio. Im Gegenzug verzeichnete die Studie eine Zunahme der Anlage in alternative Finanzinstrumente. So erzielten die Vorsorgeeinrichtungen der 2. Säule im vergangenen Jahr über eine durchschnittliche Rendite von 2,1%, wie eine Studie des von den Kantonalbanken getragenen Fondsanbieters und Vermögensverwalters Swisscanto aufzeigt. Der vom Bundesrat festgelegte Mindestzinssatz beträgt 2,5%. Dank den Wertschwankungsreserven ist die Finanzierungssituation der Pensionskassen laut Studie aber weiterhin befriedigend. Im Durchschnitt betrug der Deckungsgrad der privat-rechtlichen Kassen Ende 2007 durchschnittlich 112,6% gegenüber von 113,4% im Vorjahr. (awp/mc/pg)

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