PWC-Studie zu KMU: Wie schneiden Sie ab?

Auch bei Spitälern und Hochschulen gewinnen Kontroll- und Prüfungsaktivitäten infolge erhöhter Wettbewerbsintensität und steigenden Kostendrucks sowie zunehmender Unabhängigkeit dieser Organisationen an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund haben das Institut für Rechnungswesen und Controlling der Universität Zürich und PricewaterhouseCoopers im Sommer 2008 untersucht, ob und in welchem Ausmass Kontroll- und Prüfungsaktivitäten vorhanden sind, wie sie ausgestaltet sind und wie die einzelnen Aktivitäten aufeinander abgestimmt werden. Des Weiteren seien die diesbezüglichen Erwartungen und gegenwärtigen Herausforderungen der befragten Organisationen eruiert worden, wie das Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen auf seiner Homepage schreibt.


Mittelgrosse Unternehmen
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass das interne Kontrollsystem (IKS) bei den mittelgrossen Unternehmen primär auf die Verlässlichkeit der finanziellen Berichterstattung sowie auf die Einhaltung von Gesetzen und internen Weisungen ausgerichtet ist. Das IKS orientiert sich deutlich weniger an der Effektivität und Effizienz der operativen Tätigkeiten. Der Nutzen des IKS kann jedoch gerade durch eine Ausweitung auf diesen Bereich gesteigert werden. Drei Viertel der mittelgrossen Unternehmen weisen der Geschäftsleitung eine grosse oder sehr grosse Bedeutung hinsichtlich der Ausgestaltung des IKS zu.


Die mittelgrossen Unternehmen geben an, dass insbesondere lenkende und präventive Massnahmen für ihr IKS von Bedeutung sind. Dies unterstreicht den Steuerungsaspekt eines IKS. Über drei Viertel der mittelgrossen Unternehmen geben an, dass sowohl das IKS als auch das Risikomanagement künftig an Bedeutung gewinnen werden. Zudem zeigen die Ergebnisse der Umfrage, dass sich das Risikomanagement im Vergleich zum IKS weniger an finanziellen als an operativen Zielen orientiert.


Knapp die Hälfte der mittelgrossen Unternehmen hat eine interne Revision. Dies gilt vor allem für Unternehmen, die im Geschäftsjahr 2007 mehr als 400 Mitarbeitende beschäftigten. Überdies zeigen die Ergebnisse der Umfrage, dass überdurchschnittlich viele Unternehmen der Industriegüter-, Technologie- und Fahrzeugbranche über eine interne Revision verfügen.


Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die interne Revision bei den mittelgrossen Unternehmen vorwiegend die Einhaltung der internen Weisungen zu beurteilen hat. Gemäss anerkannten Grundsätzen kann die interne Revision jedoch ein breites Aufgabenspektrum (z.B. Beurteilung der Effektivität und Effizienz der Geschäftsprozesse) wahrnehmen. Diese Aufgaben sind unter Berücksichtigung der Unternehmensziele und nach einem risikoorientierten Ansatz festzulegen.


Beinahe 90% geben an, dass in ihrem Unternehmen eine Abstimmung der Kontroll- und Prüfungsaktivitäten (z.B. ein Informationsaustausch) stattfindet. Für die Abstimmung ist meist die Geschäftsleitung zuständig. Bei jenen mittelgrossen Unternehmen, die Kontroll- und Prüfungsaktivitäten nicht aufeinander abstimmen, handelt es sich primär um kleinere Unternehmen. Als grösste Herausforderung bei der Ausübung der Kontroll- und Prüfungsaktivitäten wird von den mittelgrossen Unternehmen meist die Erreichung eines ausgewogenen Kosten-Nutzen-Verhältnisses genannt. Zudem werden das Erkennen relevanter und effektiver Kontroll- und Prüfungsaktivitäten sowie deren optimale Abstimmung als Herausforderungen aufgeführt. Ein optimierter und koordinierter Einsatz von Kontroll- und Prüfungsaktivitäten ist hilfreich, um die genannten Herausforderungen zu bewältigen.


Spitäler
Die Spitäler sehen ihr IKS deutlich weniger als einen in die Geschäftsaktivitäten integrierten Prozess als mittelgrosse Unternehmen. Zudem ist das IKS bei den Spitälern weniger gut dokumentiert und überprüfbar. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass die gesetzlichen Vorschriften (OR) in Bezug auf das IKS nicht von sämtlichen Spitälern angewendet werden müssen.


Über drei Viertel der Spitäler sind der Meinung, dass die Bedeutung des IKS und des Risikomanagements künftig zunehmen wird. Derzeit verfügt jedes fünfte Spital über eine eigenständige Risikomanagement-Abteilung. Die Spitäler weisen dem Qualitätsmanagement eine grosse oder sehr grosse Bedeutung für die Erreichung der Compliance-Ziele zu. Die prozentuale Zustimmung diesbezüglich liegt deutlich höher als bei den mittelgrossen Unternehmen.


Die Spitäler, die über eine interne Revision verfügen, haben diese meist als eigene interne Revision institutionalisiert. Dies gilt teilweise auch für kleinere Spitäler. Für die Abstimmung (z.B. den Informationsaustausch) der Kontroll- und Prüfungsaktivitäten ist bei den Spitälern überwiegend die Geschäftsleitung zuständig. Allerdings zeigen die Ergebnisse der Umfrage auch, dass fast ein Drittel der Spitäler derzeit keine Abstimmung vornimmt. Vor allem diese Spitäler messen der Abstimmung künftig eine steigende Bedeutung bei.


Als grösste Herausforderung sehen die Spitäler die Ausgestaltung und Aufrechterhaltung des IKS. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Mehrheit der Spitäler gestiegene gesetzliche Anforderungen (OR) zu erfüllen hat. Des Weiteren werden die Gewährleistung der Effektivität und Effizienz der Kontroll- und Prüfungsaktivitäten sowie deren Abstimmung als Herausforderungen genannt.


Hochschulen
Analog zu den Spitälern betrachten auch die Hochschulen ihr IKS weniger als einen in die Geschäftsaktivitäten integrierten Prozess. Hervorzuheben ist, dass das IKS der Hochschulen stärker auf die Einhaltung von Gesetzen und internen Weisungen ausgerichtet ist als das IKS von mittelgrossen Unternehmen und Spitälern. Beinahe 90% der Hochschulen sind der Meinung, dass das Risikomanagement künftig an Bedeutung gewinnen wird.


Das Qualitätsmanagement hat eine grosse Bedeutung für die Erreichung strategischer und operativer Ziele der Hochschulen. Sämtliche Hochschulen geben an, Kontroll- und Prüfungsaktivitäten abzustimmen (z.B. über den Informationsaustausch). Zudem sind drei Viertel der Ansicht, dass die Bedeutung der Abstimmung der Kontroll- und Prüfungsaktivitäten künftig steigen wird.


Als grösste Herausforderung bei der Ausübung der Kontroll- und Prüfungsaktivitäten führen die Hochschulen die Schaffung von Transparenz und die Bereitstellung von Informationen an. Des Weiteren stufen sie die Gewährleistung der Effektivität und Effizienz der Kontroll- und Prüfungsaktivitäten sowie das Erkennen und Aufdecken von Schwachstellen als Herausforderungen ein.


Kontroll- und Prüfungsaktivitäten gewinnen an Bedeutung
Diese Kernaussagen zeigen, dass Kontroll- und Prüfungsaktivitäten bei mittelgrossen Unternehmen, Spitälern und Hochschulen derzeit einen hohen Stellenwert einnehmen und künftig noch an Bedeutung gewinnen werden. Überdies wird deutlich, dass die Abstimmung der einzelnen Aktivitäten als Herausforderung betrachtet wird und die Organisationen in dieser Hinsicht Optimierungspotenzial aufweisen. (pwc/mc/ps)

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