Raiffeisen-Bankengruppe auf Rekordkurs

Die Kundenausleihungen beliefen sich Ende September auf 93,8 Mrd CHF, das sind 3,3% mehr als Ende 2005. Mit 86,9 Mrd CHF machten die Hypothekarforderungen den grössten Teil aus. Ingesamt verwaltete Raiffeisen Ende September Kundenvermögen von 106,7 Mrd CHF; eine Zunahme von 3,3%. Im Zinsengeschäft erwirtschaftete Raiffeisen einen Ertrag von 1,34 Mrd CHF (+5,1%). Einen Ertragszuwachs von 18,1% verzeichnete die Bankengruppe im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Um 10,7% stieg der Ertrag im Handelsgeschäft. Die Bilanzsumme lag bei 114,7 Mrd CHF.


Rekordergebnis für 2006 erwartet
Der Personalbestand der Raiffeisen-Gruppe erhöhte sich zwischen Ende 2005 und September 2006 um 205 auf 6’754 Vollzeitstellen. Für das ganze laufende Jahr rechnet Vincenz erneut mit einem Rekordergebnis. Für 2007 geht Raiffeisen von einem Gewinn in gleicher Höhe aus, denn laut Vincenz löst eine neue IT-Infrastruktur hohe Kosten aus.


Neue Geschäftsstellen geplant
Auch im kommenden Jahr will die drittgrösse Bankengruppe der Schweiz ihren Wachstumskurs fortsetzen. Vor allem in Zürich und am Genfersee wolle sie zulegen, sagte Pierin Vincenz, Vorsitzender der Geschäftsleitung, an einem Mediengespräch in St. Gallen. In beiden Agglomerationen sind neue Filialen geplant.


2 Mio. Genossenschafter/Innen als Ziel
Die Zahl der Genossenschafterinnen und Genossenschafter soll langfristig von heute gut 1,3 Millionen auf 2 Millionen wachsen. In den ersten neun Monaten 2006 sind rund 50’000 Personen beigetreten. Die Durchführung der Generalversammlungen der 411 Banken kostet die Raiffeisen-Gruppe laut Vincenz jährlich gut 25 Mio CHF.


Positionierung als Allfinanz-Anbieter
In Zusammenarbeit mit Helvetia möchte Raiffeisen das Versicherungsgeschäft intensivieren. Zudem will Raiffeisen das Firmenkunden-Geschäft aufbauen und das Anlagegeschäft in Kooperation mit Vontobel ausweiten. «Mit Fokus auf den Retailmarkt möchten wir uns als Allfinanz-Anbieter positionieren», sagte Vincenz. Andere Finanzdienstleister wie die Zurich Financial Services oder die Credit Suisse, die in den 90er-Jahren auf diese Karte gesetzt hatten, kamen inzwischen wieder davon ab. Denn die Allfinanzstrategie ging nicht auf, es resultierten herbe Verluste.


Kein Interesse an Bank Linth
Vincenz sagte, an einer Übernahme der Bank Linth mit Sitz in Uznach SG habe Raiffeisen kein Interesse. Die Glarner Kantonalbank (GLKB) hatte der Bank Linth Anfang November ein Übernahmeangebot unterbreitet, das als unfreundlich und unattraktiv zurückgewiesen wurde. Raiffeisen will laut ihrem Chef organisch wachsen. (awp/mc/pg)

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