Rekord-Stromverbrauch in der Schweiz

Dies teilte das Bundesamt für Energie (BFE) am Mittwoch mit. Demnach stieg der schweizerische Elektrizitätsverbrauch (Endverbrauch = Landesverbrauch nach Abzug von Übertragungs- und Verteilverlusten) im Jahr 2008 um 2,3% auf 58,7 Mrd. kWh (2007: 57,4 Mrd. kWh). Der Stromverbrauch nahm im ersten Halbjahr 2008 um 4,1% zu und lag insbesondere im 2. Quartal mit 5,1% deutlich über dem Vorjahreswert. Im zweiten Halbjahr lag die Verbrauchszunahme mit 0,4% hingegen nur geringfügig über dem Wert des Vorjahres. Die markante Zunahme des Elektrizitätsverbrauchs hatte zur Folge, dass in den beiden Winterquartalen (1. und 4. Quartal) mehr Elektrizität aus dem Ausland importiert werden musste als in den entsprechenden Vorjahresquartalen. In den beiden Sommerquartalen (2. und 3. Quartal) wurde gegenüber dem Vorjahr weniger Strom exportiert.


BIP-Zuwachs und kalter Winter führen zu Mehrverbrauch
Zum Anstieg des Elektrizitätsverbrauchs im Jahre 2008 trugen die gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten (Bruttoinlandprodukt (BIP): + 1,6%) und die kältere Witterung (Heizgradtage (HGT): + 7,9%) bei. Diese beiden Einflussfaktoren entwickelten sich 2008 ähnlich wie die Elektrizitätsnachfrage: In der ersten Jahreshälfte nahmen das BIP um 2,9% (Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft, SECO) und die Anzahl der Heizgradtage um 18,5% gegenüber dem Vorjahr zu. In der zweiten Jahreshälfte wies das BIP noch einen Zuwachs von 0,4% aus und die Heizgradtage sanken im Vergleich zum Vorjahr um 3,1%. Im 4. Quartal 2008 lag die Elektrizitätsnachfrage um 0,7% unter dem Vorjahreswert. Das BIP sank im gleichen Zeitraum um 0,6%, die Zahl der Heizgradtage ging um 6,3% zurück.


Mehr Menschen benötigen auch mehr Strom
Zum Anstieg des Elektrizitätsverbrauchs trug auch die mittlere Wohnbevölkerung der Schweiz bei, die 2008 um 91’800 Personen bzw. um 1,2% zugenommen hat (Quelle: Bundesamt für Statistik, BFS). Zu beachten ist auch, dass das Jahr 2008 ein Schaltjahr war. Der zusätzliche Tag bewirkte eine Zunahme des Elektrizitätsverbrauchs von 0,3%.


Zweithöchstes Ergebnis bei Stromproduktion  
Die Elektrizitätsproduktion (Landeserzeugung vor Abzug des Verbrauchs der Speicherpumpen) des schweizerischen Kraftwerkparks stieg 2008 um 1,6% auf 67,0 Mrd. kWh (2007: 65,9 Mrd. kWh). Nach dem Rekordjahr 2001 ist dies das zweithöchste jemals erzielte Produktionsergebnis. In allen Quartalen des Jahres 2008 lag die Inlanderzeugung über dem entsprechenden Vorjahreswert, wobei die Zunahmen je nach Quartal zwischen 0,1 und 3,8% betrugen.


Überdurchschnittliche Produktionsverhältnisse für die Wasserkraft
Die Wasserkraftanlagen erzeugten bei überdurchschnittlichen Produktionsverhältnissen 3,3% mehr Elektrizität als im Vorjahr. Bei den Laufkraftwerken betrug die Zunahme 0,8% und bei den Speicherkraftwerken 5,3%. Die Zunahme der Produktion der Wasserkraftwerke variierte je nach Quartal zwischen 0,1% und 5,5%. In den beiden Winterquartalen (1. und 4. Quartal) erhöhte sich die Erzeugung der Wasserkraftwerke im Gegensatz zu den beiden Sommerquartalen (2. und 3. Quartal; + 5,3%) aber nur geringfügig (+ 0,2%).


Weniger Strom aus Schweizer Kernkraftwerken
Die Stromproduktion der schweizerischen Kernkraftwerke sank um 0,8% auf 26,1 Mrd. kWh (2007: 26,3 Mrd. kWh), dem dritthöchsten jemals registrierten Wert. Einen neuen Produktionsrekord stellte das Kernkraftwerk Mühleberg auf. Die Verfügbarkeit der fünf schweizerischen Kernkraftwerke betrug 92,7% (2007: 93,7%). Am gesamten Elektrizitätsaufkommen waren die Wasserkraftwerke zu 56,1%, die Kernkraftwerke zu 39,0% sowie die konventionell-thermischen und anderen Anlagen zu 4,9% beteiligt. 


Exportüberschuss auf Basis des Kalenderjahres
Während fünf Monaten des Jahres 2008 überstieg die Landeserzeugung den Inlandbedarf (Landesverbrauch). Für das ganze Jahr ergab sich bei Importen von 50,3 Mrd. kWh und Exporten von 51,4 Mrd. kWh ein Exportüberschuss von 1,1 Mrd. kWh (2007: 2,1 Mrd. kWh). Im 1. und 4. Quartal mussten per Saldo 4,5 Mrd. kWh vom Ausland bezogen werden (Vorjahr: 4,0 Mrd. kWh). Im 2. und 3. Quartal betrug der Exportüberschuss 5,6 Mrd. kWh (Vorjahr: 6,1 Mrd. kWh). (bfe/mc/ps)

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