Richemont kauft 60 Prozent an Roger Dubuis SA

Richemont übernimmt zu einem nicht genannten Preis vom Gründungsmitglied Carlos Diaz eine Kontrollmehrheit von 60% am Genfer Uhrenhersteller Roger Dubuis SA. Die Akquisition dürfte weder das Gruppenergebnis des Geschäftsjahres 2008/09 noch das Nettoanlagevermögen bedeutend beeinflussen, teilte der Konzern am Montag mit. Die Uhren von Roger Dubuis seien in Sachen Uhrwerk und Design sehr innovativ, wird Richemont-Chef Johann Rupert in der Mitteilung zitiert. Als relativ junger Betrieb unterscheide sich das Unternehmen von den etablierten Uhrenherstellern der Gruppe und ergänze somit das Portfolio. Roger Dubuis wurde 1995 gegründet. Die anderen Marken wie etwa Piaget, IWC oder Jaeger-LeCoultre weisen eine wesentlich längere Firmengeschichte auf.


Autonomes «Maison»
Roger Dubuis werde künftig als autonomes «Maison» innerhalb des Konzerns operieren, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Marke dürfte aber von der Vertriebs-Struktur der Gruppe profitieren. «Wir wollen das Geschäft von Roger Dubuis weltweit ausbauen», so Rupert. Die Akquisition komme nicht überraschend, schreibt René Weber von der Bank Vontobel. Schliesslich hatte Richemont bereits im vergangenen Herbst den Bereich Komponenten des Genfer Uhrenherstellers übernommen. Dabei wechselten 200 der rund 450 Beschäftigten von Roger Dubuis zu Richemont. Somit sei Richemont zum Uhrwerklieferanten von Roger Dubuis geworden.


«Weiterer logischer Schritt»
Zusätzlich hatte Richemont damals den Vertrieb von Dubuis-Uhren in den USA und im Mittleren Osten übernommen. Die heutige Meldung sei also ein weiterer logischer Schritt, so Weber. Er schätzt, dass die Marke Roger Dubuis einen Umsatz von 100 Mio EUR aufweist, was knapp 2% vom Gruppenumsatz respektive 7% des Bereichs Specialist Watchmaker von Richemont entspreche. Gemäss Weber dürfte der Genfer Luxusgüterkonzern für den Manufaktur-Bereich bereits 30 Mio EUR bezahlt haben. Der Preis für die 60%-Beteiligung liegt seinen Schätzungen zufolge bei 100 Mio EUR. Dank einer Netto-Cashposition von 1,3 Mrd EUR nach dem BAT-Spin-Off, sei die Finanzierung also kein Problem, so der Kommentar der Bank Vontobel weiter.


Preis zwischen 100 und 200 Millionen Euro?
Die ZKB schätzt den Umsatz von Roger Dubuis ebenfalls auf rund 100 Mio EUR und sieht den Preis, den Richemont für die Beteiligung bezahlt hat, zwischen 100 und 200 Mio EUR. Die Übernahme sei für den Aktienkurs als leicht positiv zu werten, so die ZKB in ihrem Kurzkommentar. Bis um 11.15 Uhr gibt die Richemont-Aktie allerdings um 0,2% auf 64,00 CHF leicht nach (SMI +0,38%). Am Freitag hatten die Aktien nach Veröffentlichung der Details zur Abspaltung der BAT-Beteiligung um 3,4% zugelegt. (awp/mc/ps/07)

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