Richemont: Wachstum verlangsamt sich im Oktober – Gewinn im H1 +11 Prozent

Damit hat sich das Wachstum im laufenden Geschäftsjahr weiter abgeschwächt. In den ersten fünf Monaten 2008/09 betrug der Umsatzzuwachs in Euro 11% (+18% in LW). Im ersten Quartal 2008/09 lagen die entsprechenden Wachstumsraten sogar bei +13% respektive +20%.


Asien als Wachstumgstreiber
Nach wie vor am kräftigsten wuchs der Umsatz in der Region Asien (ohne Japan). In Euro stieg dort der Umsatz um 19%, zu konstanten Kursen um 30%. In Europa entwickelten sich die Verkäufe mit +15% (+18% in LW) ebenfalls gut, dagegen sanken sie in den Americas um 2% (+9% in LW) und in Japan um 7%, sowohl zu aktuellen als auch zu konstanten Wechselkursen.


Schmuck und Uhren mit zweistelligen Wachstumsraten
Nach Bereichen überzeugten Schmuck (+11%; +18% in LW) und Uhren (+12%; +17% in LW) mit zweistelligen Wachstumsraten. Hingegen verzeichneten die Schreibwaren (Montblanc) lediglich einen Umsatzanstieg um 1% (+5% in LW) und in der Problemsparte «Leather and Accessoire Maisons» (Dunhill, Lancel) gingen die Verkäufe gar um 5% (unv. in LW) zurück.


Wachstumssprung im Segment «Ohter Businesses»
Ein Wachstumssprung von 19% oder 22% in Lokalwährungen verzeichneten die Aktivitäten im Segment Other Businesses, wo vor allem Produkte der Marke Chloé verkauft werden.


Nachfragerückgang im Oktober
CEO Norbert Platt zeigte sich an einer Telefonkonferenz über die Entwicklung im ersten Halbjahr zufrieden, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass sich das Wachstum im Oktober wie erwartet deutlich abgeschwächt hat. So sind die Oktober-Umsätze in Euro nur noch um 1,6% gestiegen und zu konstanten Wechselkursen sogar um 2,0% gesunken.


Americas mit deutlichem Rückgang
Während Asien mit 16% (+12% in LW) noch zweistellig wuchsen, war in den Americas ein deutlicher Rückgang der Verkäufe zu sehen. Auch in Europa kam es zu einer Abnahme. «Wie es in Asien und weltweit weitergeht, wissen wir nicht», erklärte Platt mit Blick auf die kommenden Monate und das Weihnachtsgeschäft.


Angeblich gut für die Krise gerüstet
Richemont sieht sich aber für die Krise gut gerüstet. Die Gruppe habe eine starke Bilanz und genügend flüssige Mittel. Um die negativen Einflüsse einer Konjunkturabschwächung zu limitieren, werde Richemont wenn nötig Massnahmen ergreifen. Zu diesem Zeitpunkt sei dies aber nicht notwendig. Wenn möglich würden aber auch Akquisitionen ins Auge gefasst, so Platt.


Verbesserte Marge im H1
Das operative Ergebnis (EBIT) stieg im ersten Halbjahr um 14% auf 639 Mio EUR, wobei sich die EBIT-Marge um 0,8 Prozentpunkte auf 22,8% verbesserte.


Schmucksparte stieg um 22 Prozent
Der EBIT in der Schmucksparte stieg um 22% auf 449 Mio EUR. Die Marge verbesserte sich von 29% auf 32%. Bei den Uhren erhöhte sich der EBIT «nur» um 6% auf 232 Mio EUR, womit sich die Marge um 2 Prozentpunkte auf 29% reduziert hat. Den Margenrückgang begründet Richemont mit negativen Währungseffekten und steigenden Materialpreisen. In der Sparte Schreibwaren (Montblanc) ging der EBIT vor allem aufgrund höherer Kosten für neue Shops um 19% auf 34 Mio EUR zurück. In der Sparte Lederwaren (Dunhill, Lancel) resultierte gar ein operativer Verlust von 15 (Verlust VJ 9) Mio EUR.


864 Mio EUR unter dem Strich
Unter dem Strich verdiente Richemont 864 Mio EUR (+5%). Die Beteiligung an British American Tobacco (BAT), die inzwischen in die neue Luxemburger Investmentgesellschaft Reinet überführt wurde, trug mit 321 Mio EUR (-4%) dazu bei.


Aktie rutscht ins Minus
Die Richemont-Aktien sind nach gutem Beginn in der zweiten Handelshälfte in die Verlustzone gerutscht. Bis um 15.30 Uhr büssen die Titel 2,4% auf 19,61 (Tiefst: 19,26) CHF ein. Die Halbjahreszahlen seien «solide» ausgefallen, hiess es. Kritisiert wurden aber die verhaltenen Aussagen zum Monat Oktober. Der SMI steigt derweil um 1,47%. (awp/mc/gh/05)

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